Donnerstag, 20. August 2015

Kontrastprogramm in Süd-Ost-Asien

13.06. - 22.07.2015


Malaysia, Thailand und Singapur


Nach einem gruseligen Flug bin ich nach ungefähr 10 Monaten wieder in Kuala Lumpur gelandet. In meinem ersten Blogeintrag habe ich noch geschrieben, dass es ein ganz schön abgefahrenes Stückchen Erde sei und dies galt es nun in den nächsten Wochen zu erkunden. Ich hatte erst einmal ein super herzliches Wiedersehen mit der lieben Franzi, denn wir wollten die Asien-Reise zusammen bestreiten, weil wir uns noch nicht so sicher waren, wie das dort alles so abläuft :D Und es tat auch so gut erstmal seine ganzen Erlebnisse der letzten Wochen/Monaten mit jemand teilen zu können und noch besser die Ganzen neuen Erfahrungen, einer ganz anderen Welt in meinen Augen, mit wem auszutauschen. Südostasien ist schon ein anderes Pflaster und war für uns auch ein kleiner Kulturschock. Vieles läuft hier anders und genau diese Unterschiede waren am Ende das, was uns bewegt und nicht wie in Neuseeland beispielsweise die Landschaften. 



Kurz zu unserer Reiseroute: nach ein bisschen Sightseeing in Kuala Lumpur ging es in den Norden Malaysias zu den Cameron Highlands, wo wir Teeplantagen besichtigt haben und das kühlere Wetter in den Bergen genossen haben. Weiter auf die Insel Penang in die schöne alte Stadt Georgetown sowie in einen Nationalpark, wo wir auf kleine Wasserschildkröten getroffen sind. Anschließen noch einen kurzen Abstecher auf die Insel Langkawi und dann waren wir auch schon im äußersten Süden Thailands angelangt, wo wir auch erstmal die Inselwelt unsicher gemacht haben und uns in die brutalen Touristenstädte gestürzt haben. Als wir davon genug hatten ging es mit den Flugzeug hoch in den Norden in die beiden Städte Chiang Mai und Pai, wo wir zum einen die schönen Märkte unsicher gemacht haben und zum anderen den Elefanten einen Besuch abgestattet haben! Mit dem Nachtbus ging es Richtung Bangkok und gleich weiter nach Pattaya, was so gar nicht unser Fall war und wir schnell auf die Insel Koh Chang geflüchtet sind und dort auch einfach mal faul am Pool rumgegammelt haben und ein wenig Abstand von den vielen Touristen hatten. Zurück in Bangkok waren wir wieder mitten im Gewimmel einer Großstadt und 100 Tempel später ging unser Flieger in Richtung Singapur, wo wir uns ein wenig an westliche Strukturen erfreut haben. Mit fast leerem Geldbeutel ging es zurück nach Malaysia ins kleine Städtchen Melaka, wo uns langsam bewusst wurde, dass doch tatsächlich das Ende nahte und nach letzten Shoppingerledigungen in Kuala Lumpur hieß es ein vorletztes Mal in den Flieger steigen, ein kleiner Abstecher nach London und anschließend nach Frankfurt. Auf der Flughafentoilette wurde ich gleich mit einem grimmigen Blick der Putzfrau begrüßt und auch die Rolltreppen sind wieder langsamer, aber dafür laufen alle Menschen umso schneller. 


Kuala Lumpur!
Interessante Höhlen in der Nähe von KL
Unser erste Stopp in den Cameron Highlands bei den Teeplantagen
Die im Morgennebel versteckten Berge der Cameron Highlands
Babyschildkrötem!!
Schöne Strände im Süden Thailands...
Auf der Insel Ko Phi Phi
"The Beach" bei schönem Wetter
Über den Dächern von Phuket
Koh Chang (Thailand)
Der Riesen-Buddha in Bangkok
Charmante Stadt in Malaysia
Unser letzter Sonnenuntergang in Melaka (Malaysia)
Eines meiner persönlichen Highlight: das Reiten der Elefanten in Chiang Mai
Anschließendes Baden/Putzen des Elefanten

Auch in Thailand und Malaysia findet man schöne Landschaften, vorwiegend schöne Strände mit interessanten aus dem Wasser ragende Felsformationen oder Berge, wo man sie nicht erwarten würde, allerdings hat Neuseeland da schon einiges mehr zu bieten (unsere Ansprüche wurden da eindeutig ein wenig hochgeschraubt). Was jedoch den Besuch dieser Länder ausmacht ist vor allem die Kultur, wo das Sichten von jeglichen Tempeln und Moscheen ganz oben steht, um die Lebensweise ein bisschen besser verstehen zu können. Wie wir das Ganze am Ende so wahrgenommen haben, habe ich mal versucht in kleinere Abschnitte zu gliedern, damit nicht alles durcheinander gewürfelt wird: 


Schöne Strände... (Südthailand)
...und viele viele Tempel
Die Eigenart der Menschen...
Die Menschen in Südostasien leben einfach anders und daraus folgt natürlich auch eine andersartige, dennoch interessante Mentalität. Von deutschen Standards haben sie wohl noch nie was gehört. Wieso auch so ein kompliziertes Leben führen wie wir? In Restaurants beispielsweise haben sie das mit dem Service so gar nicht drauf und auch die Effizienz der Arbeitskräften geht gegen null. Meist sind 20 Menschen in einem kleinen Restaurant angestellt und davon arbeitet genau eine Person und der Rest macht sich die Haare oder spielt auffällig mit den Handy. Für unsere Verhältnisse doch unvorstellbar. Und auch sonst gilt: "Bloß keine Hektik..."



Andere Kultur, andere Sprache...
Unterhaltungen sind aufgrund der gewissen Sprachbarriere kaum möglich. Wenn man sie etwas auf Englisch fragt, wiederholen sie es entweder ganz fragwürdig oder es kommt einfach nur ein „jaja“ zurück, was uns natürlich keineswegs weiterbringt, aber sie sind meist immerhin bemüht zu helfen. Natürlich gibt es auch Asiaten, die Englisch sprechen, jedoch ist es ein auffälliger Unterschied, wenn man aus einem Land kommt, in dem der Smalltalk an der Kasse völlig normal ist und sich jeder für deine Lebensgeschichte interessiert und plötzlich kann einem nur noch in Bruchteilen weitergeholfen werden. Außerdem gibt es in Malaysia sowohl auch in Thailand ein anderes Alphabet, wobei man dann noch nicht einmal Straßenschilder, Plakate o.ä. lesen kann und man sich somit noch unbeholfener vorkommt.

Die ständige Suche nach der passenden Bleibe...
In Neuseeland hat man das erste Hostel genommen, was man im Reiseführer oder Internet finden konnte und musste sich keine Platte darüber machen, ob es gut oder schlecht ist, weil man sich damit eigentlich immer arrangieren konnte. In Asien hingegen war das plötzlich nicht mehr so einfach. Es gibt eine ganze Reihe an Absteigen und um in diesen nicht zu enden, muss man sich vorab ziemlich gut belesen, was relativ viel Zeit in Anspruch nimmt. Hinzu kommt, dass man wirklich Ansprüche stellen muss: Klimaanlage ist ein Muss ansonsten geht schonmal gar nichts, die Betten und Bäder sollten auf den Bildern halbwegs nett aussehen, auffindbar sollte es auch sein, also auf die Lage achten, der Preis sollte möglichst auch nicht überteuert sein (10€ Maximum) und internationales Frühstück wäre auch ganz nett, weil sowas am Morgen auch ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Komischerweise hat man WLAN eigentlich überall. Die Bäder im allgemeinen waren ja meist nicht so mein Fall: Toilette und der Duschkopf direkt daneben, sodass nach dem Duschen nicht nur der gesamte Badboden nass ist, sondern auch Klo und Waschbecken. Nett oder? Ach und dann gibt es noch was ganz verrücktes die „bum-gun“ (= Po-Pistole), denn Klopapier gibt es eigentlich nur für die Touristen, denn die Asiaten spritzen sich quasi ihren Po nach dem Geschäft ab…weitere Ausführungen belasse ich an dieser Stelle einfach mal und betone nochmal wie zufrieden ich doch mit unserem Klopapier bin.

Klimatechnisch und Wettertechnisch...
Heiß! Schwül! Ekelig! Stets über 30° mit der höchsten Luftfeuchtigkeit überhaupt. Mein Fall ist es leider so gar nicht. Noch nicht mal in der Nacht kühlt es ab, es ist einfach dauerhaft heiß, was bei uns so einige Male zu Antriebslosigkeit führte. Klimaanlagen gibt es hingegen fast überall in den Bussen oder Einkaufszentren, was erwartungsgemäß natürlich gleich zu einer unangenehmen Erkältung führte, wobei man noch nicht mal merkt, ob man Fieber hat, weil es ja so oder so einfach alles heiß ist. Wettermäßig hatten wir auch nicht das größte Glück, woran wir jedoch selber Schuld waren, da wir in der Regenzeit da waren und es somit fast immer bewölkt und grau war und dadurch auch die türkisblauen Strände ziemlich aufgewühlt waren und somit nicht mehr ganz so türkis schienen. Jedoch hielt sich der Regen in Grenzen und das ist doch das Wichtigste. 
Grau und nebelig, aber dennoch mystisch schön! (Langkawa, Malaysia)
Wie wir so rumgekommen sind...
Man kommt auf jeden Fall einfacher als gedacht von A nach B, dass steht fest. Größtenteils waren wir mit den Bus unterwegs und innerhalb der Städte mit Taxis, in denen jedoch mehrere Menschen mitfahren und mit dem Flugzeug kann man auch relativ günstig herum kommen. Allerdings ist das alles immer so eine Sache, weil Fahrpläne im Internet gibt es nicht und vorher etwas buchen ist eigentlich auch nicht üblich und das mit der Kommunikation macht das Ganze nicht gerade einfacher. Jedoch sind wir immer dort angekommen, wo wir wollten und das ist ja am Ende die Hauptsache. Verkehrstechnisch ist in den Großstädten immer ein totales Durcheinander. Von einem Führerschein hat man noch nie was gehört. Aber man muss sagen, jeder fährt zwar wie eine besengte Sau, allerdings bleibt jeder ruhig und gelassen und nimmt irgendwie Rücksicht und hupt nicht sofort los. Also trotz Chaos kaum Unfälle. Klingt verrückt, geht aber irgendwie. Wir haben uns oft einen Moped ausgeliehen, um die Gegenden zu erkunden und uns (bzw. Franzi) selbst in dieses Gewusel gestürzt, was aber immer gut ging und am Ende bin ich dann auch nochmal ein Stückchen damit gefahren, weil so schwer ist das ja tatsächlich nicht :D Ziemlich schräg haben wir dann immer geguckt, als in Bussen und auch auf Fähren Filme gezeigt wurden. Das waren jedoch nicht irgendwelche harmlosen Filme, sondern viel mit Schießereien, wie ich dazu sagen würde…und dort fahren ja jetzt auch nicht nur Erwachsene mit. Konnten wir irgendwie nicht so verstehen, wieso die das machen, aber gut.


Das normale Gewimmel in Bangkok, Thailand
Die typischen Busse/Taxis in Thailand
Ganz wichtig, das Essen...
Auch ein ganz spannendes Thema! In Neuseeland auch nicht die große Sache, weil man meist einfach in den Supermarkt geht und sich was kauft und es anschließend zubereitet. Richtige Supermärkte sucht man in Asien vergeblich. Küchen gibt es in den Hostels zum Kochen auch nicht und da das Essen in Restaurants oder auf den Märkten auch nicht so teuer ist, geht man eben jeden Tag auf „Foodchasing“ (=Essenssuche). Das hat uns das ein oder andere Mal ein wenig in den Wahnsinn getrieben. Es fängt beim Frühstück an, denn Asiasten beginnen gleich mit etwas deftigem, also sowas suppenähnliches, worauf mein Magen so gar nicht steht, weswegen wir meist ein europäisches Café aufsuchen mussten, was sich auch als schwierig gestaltet. Mittag oder Abendessen, war, wenn wir dann mal ein gutes Restaurant oder einen guten Stand auf dem Markt gefunden hatten, meist Thai oder Indisch und das war echt richtig lecker, entgegen meinen Erwartungen! Preiswert ist es allerdings auch nur dann, wenn es kein Toursitenstädtchen ist und man auch in den lokalen Restaurants essen geht. Nach und nach wurde auch ich immer experimentierfreudiger! 


Wir haben gelernt, wie man das bekannte Pad-Thai kocht!
Und sonst so…
Es ist alles ziemlich dreckig! Das war schon echt traurig anzusehen. Bürgersteige sind meist immer irgendwie voll gestellt mit Ständen oder Mopeds und zudem muss man immer aufpassen, das man nicht stolpert, weil es fürchterlich asphaltiert ist… Von der Religion her sind Malaien größtenteils Moslems und in Thailand herrscht hauptsächlich der Buddhismus vor. Wir haben viele Tempel besucht und Moscheen angeschaut und oft das Kopftuch als Gesprächsthema gehabt. Dennoch fehlte es uns der Austausch mit den Einheimischen über genau solche Themen. 
Insgesamt fühlt man sich wirklich ziemlich sicher. Ich hatte nie das Gefühl, dass man Angst um seine Sachen haben musste, was wir auf die Religion zurück führen würden. Preislich ist alles schon bei weitem günstiger (Singapur ausgenommen) allerdings rechnet sich im Endeffekt so ein Restaurantbesuch, die Unterkunft, eine Busfahrt schnell zu einem Tagesbudget, welches ich in Neuseeland auch gebraucht habe, denn was sehen und erleben will man natürlich schon und den Daheimgebliebenen etwas von den bunten Märkten, wo es an nichts fehlt, mitbringen, will man ja auch gerne. So haben wir am Ende mehr Geld ausgeben müssen als gedacht, jedoch haben wir auch so einiges zu sehen bekommen! 
In der modernen, sehr westlichen Stadt Singapur leben auffällig viele Völker zusammen in einer Stadt. Darunter Malaien, Thai, Chinesen, Japaner, Inder… Es war wirklich spannend und auch wenn diese Stadt eigentlich so gar nicht nach Südostasien passt, ist sie ganz schön anzusehen aufgrund der ganzen Grünflächen, Bäume und Pflanzen, die auf den Häusern wachsen und in der gesamten Stadt wiederzufinden sind. Ich mochte es dort irgendwie. Auch Thailand und Malaysia waren super spannend, allerdings reicht mir Südostasien damit vorerst. Die Hitze, die andere Lebensweise, die Sprache machen das Reisen schon etwas anspruchsvoller als gedacht, aber ich bin froh genau diese Erfahrungen gemacht zu haben und nach der sehr westlichen Welt auch nochmal etwas ganz anderes gesehen zu haben. Es ist anders, aber anders ist natürlich auch nicht schlecht, sondern unglaublich spannend! Und das war unsere sechswöchige Asienreise ganz gewiss :) 


Skyline von Singapur
Im indischen Viertel von Singapur
Das berühmte Hotel von Singapur
Ebenfalls in Singapur
Was ich erst im Nachhinein festgestellt habe ist, dass es doch gar nicht so einfach ist den richtigen Reisepartner zu finden. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen eine solch tolle Reisekompanin gleich am Anfang gefunden zu haben und unglaublich viele schöne Reiseerlebnisse mit ihr zu teilen! Ein Dank an meine Reiseschwester Franzi (ihr glaubt gar nicht, wie oft wir gefragt wurden ob wir Schwestern sind!! ;) Natürlich habe ich auch andere super liebe Menschen kennengelernt, aber es ist noch was anderes mit denjenigen mal nur ein paar Tage was zusammen zu unternehmen oder doch mit jemanden für längere Zeit den ganzen "Alltag" zu teilen. 


11 Flüge und fünf Länder später bin ich dann also wieder in Deutschland gelandet und habe mich mittlerweile (fast drei Wochen später) schon wieder ganz gut eingelebt. Eigentlich ist vieles noch so, wie ich es verlassen habe. Zurzeit genieße ich noch die vielen Vorzüge die Deutschland so zu bieten hat, schmiede aber gleichzeitig schon wieder neue Reisepläne und auch Zukunftspläne mit neuen Abenteuern in meinem Kopf, damit es ja nicht langweilig wird! Ich schaue mir gerne die unendlich vielen Bilder an, die mich ziemlich gut in die Zeit zurück versetzen können und erinnere mich liebend gern an all die tollen Erlebnisse, die mich doch ein ganzes Stück erwachsener gemacht haben, als gedacht.







Liebsten Dank fürs fleißige Lesen, 
eure Laura :)

Montag, 3. August 2015

Einmal kurz australische Luft schnuppern...

02.06.-12.06.2015


Australien - Sydney, Byron Bay, Surfers Paradise, Brisbane 








Das erste was ich neben einem traumhaften Sonnenuntergang aus dem Flieger sichten konnte, war IKEA… Ich war also wieder in der von damals gewohnten Zivilisation angekommen und wieder in einer „richtigen“ Großstadt (Sydney hat mehr als 3x so viele Einwohner als Auckland und in Auckland leben schon 1/3 der Gesamtbevölkerung Neuseelands…das soll schon was heißen) Im Vordergrund meines wirklich kurzen Australienbesuchs stand auf jeden Fall die Hauptstadt Sydney zu besichtigen. Also blieb ich hier erst einmal eine Woche und dank meines Couchsurfing-Hosts Peter, bei dem ich nicht nur ein nettes „Zuhause“ hatte, bekam ich auch noch unglaublich viele tolle Tips zu Sydney und auch für unsere bevorstehende Asienreise! Somit habe ich wirklich viele verschiedenen Ecken von Sydney sehen können. Die Stadt an sich ist einfach eine nette Stadt, wobei die Oper meiner Meinung nach schon ziemlich was her macht. Es gibt ja da auch eine ganze Reihe Menschen die die Oper als weniger beeindruckend beschreiben… Auch mal abgesehen von den Hochhäusern und dem typischen Stadtleben hat es mir die Umgebung von Sydney natürlich viel mehr angetan. Durch die Nähe zum Meer bekommt alles ein besonderen Flair und man kann viel mit der Fähre rumfahren, wobei man noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Stadt bekommt. Nach dem Stadt-Erkudungstag habe ich eine Wanderung entlang der Küste gemacht und dabei nicht nur unzählige Surfer an den Stränden sichten können, sondern auch einen Wal!! Was wirklich ein Highlight für mich war :) Die Kamera hatte ich leider nicht rechtzeitig zur Hand... Eine weitere Wanderung führte mich entlang schöner Häfen und zauberhaften Blicken über die Buchten Sydneys zum Manly-Beach. An dieser Stelle sollte ich auch unbedingt mal erwähnen, das ich eine ganze Woche lang (!!) schönstes Sonnenwetter hatte! Peter hatte mich dann noch auf eine weitere Wanderung mitgenommen zusammen mit seiner kleinen Tochter Lyra, welche uns durch den typischen australischen Busch hin zu einem super klaren „Pool“ führte, welcher jedoch aufgrund der herbstlichen Temperaturen jetzt nicht unbedingt zum baden einlud. Allerdings war es schön mal wieder in Gemeinschaft wandern zu gehen! An meinem letzten Tag habe ich mich noch mit einer Deutschen getroffen, die auch zuvor in Neuseeland war und wir sind erneut zum Manly-Beach mit der Fähre gefahren und haben dort einfach nur die Seele baumeln lassen und zusammen von Neuseeland geschwärmt. Zufällig war ich genau zur Zeit des "Vivid-Festivals" in Sydney! Das ist vergleichbar mit dem "Festival of Lights“ in Berlin. Es war wirklich schön anzusehen und beeindruckend, was dort so alles kunterbunt angestrahlt wurde! Die Menschenmasse die zu der Zeit in Sydney unterwegs war könnt euch ja dann wohl denken…


"Opera House" und "Habourbridge" bei Sonnenuntergang 
Sydneys Skyline von der anderen Seite aus...
Die berühmte Oper mit pinken Wolken :) 

Bondi-Beach!
Coastel-Walk
Jesper und im Hintergrund ganz kleine Sydneys Skyline
Peter und Lyra beim angeln
Geschafft!
Alles kunterbunt beim Lichterfestival
An den großen Gebäuden wurden bewegende Geschichten erzählt 
Ebenso auf der Oper!

Mit dem Bus ging es dann nach einer Woche weiter zu einem kleinen Ort names Byron Bay, wo es endlich wärmer wurde und ich nach langer Zeit wieder die kurzen Hosen rausholen konnte! Ich habe zum ersten Mal gemerkt, wie riesig Australien doch ist, nachdem ich 14h mit dem Bus unterwegs war, obwohl auf der Karte doch alles so nah beieinander ausschaut :D Hier habe ich hauptsächlich Zeit am Strand verbracht und war mal wieder surfen, was wirklich ein tolles Gefühl war, nach so langer Zeit doch noch auf dem Brett stehen zu können :) Außerdem wollte ich mir am östlichsten Punkt Australiens bei einem schönem Leuchtturm den Sonnenaufgang anschauen und nachdem ich dort angekommen war und nur graue Wolken sichten konnte und keine Sonne, hat mich auf dem Rückweg der totale Platzregen erwischt… Mein nächster kurzer Stopp war Surfers Paradise. Hier konnte man jedoch nur einen langen Strand vorfinden sowie unzählige Hochhäuser, die durch das graue Wetter für mich nur semi attraktiv waren. Also habe ich eher Zeit damit verbracht mein ganzen Kram zu sortieren, Tagebuch zu schreiben, den Blog auf Vordermann zu bringen und mal ein wenig in meinen Malaysia- und Thailandreiseführern zu blättern... Am nächsten Tag ging es dann auch schon nach Brisbane, wo ich am Abend bereits den Flug nach Kuala Lumpur genommen habe! So endet schon meine Kurzkurzreise in Australien, allerdings weiß ich, dass ich definitiv wieder kommen werde und der Natur Australiens einen Besuch abstatten werden!


Laura

Samstag, 11. Juli 2015

See ya New Zealand!

26.05. – 02.06.2015 - Tag 258-265


Auckland, New Plymouth, Wellington und plötzlich nicht mehr in Neuseeland


Letztens doch erst noch von meiner ersten Woche bei den Kiwis berichtet und nun ist es tatsächlich schon so weit, das ich von meiner letzten Woche hier in Neuseeland schreibe... Das nun zu schreiben kommt mir völlig absurd vor, denn das dreiviertel Jahr ist wirklich nur so an mir vorbei geflogen und kam mir vor wie zwei Monate oder höchstens drei. Zwar ist meine Reise auch noch gar nicht zu Ende, jedoch mein Work&Travel – Aufenthalt in Neuseeland und somit die Hauptzeit. Ich hätte natürlich noch ein wenig länger bleiben können, wie es ja eigentlich geplant war, aber ich muss sagen, dass es genau der richtige Zeitpunkt war zu  gehen. Mein Kopf ist ziemlich voll mit schönsten Bildern von unterschiedlichsten Landschaften sowie Erlebnissen und neuen Erfahrungen. Zudem kam das ziemlich mistige winterliche Wetter und der Fakt, dass einem ohne ein Auto auf Dauer in Neuseeland eindeutig das Freiheitsgefühl fehlt. Und zu guter Letzt hatte ich weder eine wasserdichte Regenjacke noch wasserdichte Wanderschuhe, ohne die man gerade zur jetzigen Jahreszeit nicht überlebt hätte ;) Und wie das so ist, wenn etwas ziemlich schönes zu Ende geht macht man sich natürlich unheimlich viele Gedanken darüber und lässt alles noch einmal in seinem Kopf Revue passieren und dabei kamen mir so einige Sachen in den Sinn, die ich gerne mit euch teilen möchte! (Achtung, der Eintrag wird länger als gedacht….)

Erst einmal zu meiner letzten Woche. Nun musste ich von Auckland wieder runter Nach Wellington, um dort meinen Flug nach Sydney zu nehmen. Diese Strecke bin ich dann zum dritten Mal gereist, jedoch immer einen anderen Weg. Zuerst die Ostküste, dann durch die Mitte durch die Nationalparks und zu guter Letzt entlang der Westküste mit Stopp in New Plymouth. Ich habe mir am ersten Tag ein Rad ausgeliehen und bin zum Paritutu Rock gefahren und habe in 15 Minuten auch ganz stolz die Spitze erklommen, wobei man tatsächlich klettern musste und konnte dann ganz für mich bei traumhaften Wetter den Blick aufs Meer und übers Land genießen, wobei ich tatsächlich Mount Taranaki sehen konnte (wettertechnisch kommt das hier nicht so oft vor)! Durch Zufall habe ich erfahren, dass Merle zu dieser Zeit auch in New Plymouth ist. Wir hatten uns damals auf Akaroa kennengelernt und sie wäre seitdem sehr gerne mit mir ein Stückchen zusammen gereist, allerdings sind wir immer in die andere Richtung gereist. Also haben wir uns einen echt schönen Tag gemacht und sind zusammen bei herrlichstem Sonnenschein den Coastelwalk gelaufen zu einer interessanten Brücke, wo wir noch einmal einen schönen Blick auf den wirklich hübschen Vulkan Taranaki bekommen haben und sind anschließend zusammen indisch Essen gegangen. Da ich bei Merle mit im Auto schlafen konnte, hatten wir einen traumhaften Campingplatz direkt am Meer, wovon wir uns am Abend den Sonnenuntergang angeschaut haben! Am kommenden Tag ging es noch einmal in den botanischen Garten, der entgegen meinen Erwartungen echt schön war und danach fuhr auch schon mein Bus nach Wellington. 
In Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, hatte ich für meine letzten Tage nicht gerade das Beste Wetter abbekommen, sodass ich nicht großartig motiviert war für ausgefallene Aktivitäten und lieber ganz entspannt die letzten Dinge erledigt habe, die noch so anstanden. Erstmal natürlich ein wenig shoppen, wobei Souvenirs kaufen im Vordergrund stand, jedoch hat mich das Angebot nicht so vom Hocker gerissen und ich bin immer wieder in die Klamottenläden abgeschweift und habe versucht dieses Thema auf den nächsten Tag zu verschieben, weil es unheimlich schwierig ist DAS Mitbringsel zu finden. Die schöne Promenade lud jedoch zum entlang schlendern und Seele baumeln lassen ein und um mich ein wenig zu bilden, bin ich dann noch in das riesige Museum gegangen, was perfekt zum Wetter passte, jedoch waren dort so unheimlich viele Menschen, das ich entschied, das ein Mittagsschlaf, mir doch gerade besser passte. Meine letzte kleine "Wanderung" führte mich hinauf zum Mount Victoria, von dem man einen wirklich schönen Ausblick über die charmante Stadt Wellington hatte. Ansonsten bin ich noch mit der berühmten Cable Car gefahren und habe mir Wellington auch von der anderen Seite nochmal von oben angeschaut und das war es dann auch schon wieder an meinen Aktivitäten. Es war einfach ein rundum geglückter und vor allem entspannter Abschluss meiner Zeit!

Mount Taranaki schneebedeckt
Ganz links der Berg, den ich mal eben hinauf geklettert bin ;)
Mount Taranaki
Die weltberühmte Cable Car in Wellington
Blick über Welly vom Mount Victoria
Auf meinem Flug nach Sydney kullerte dann erstmal eine dicke Krokodilsträne und dann habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich vorerst nur stichpunktartig festgehalten habe, jedoch denke ich, dass diese auch so ganz verständlich sein sollten, weswegen ich jetzt daraus kein Text mehr fabrizieren werde und euch einfach meine Gedanken so überlasse:

Was ich vermissen werde:
  • das tägliche Gedankensortieren beim Aufwachen, um erstmal herauszufinden, wo man eigentlich ist, um dann festzustellen, das man sich ja gerade im schönen Neuseeland befindet
  • die abgefahrene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Menschen hier
  • Begegnungen und Unterhaltungen mit anderen reisebegeisterten Globetrottern, die einem unheimlich inspirieren
  • das tägliche Abenteuer
  • planlos aufzuwachen und mit wunderschönen Erlebnissen einschlafen
  • einfach loszulaufen und wunderschöne Landschaften entdecken zu können (ich bin eindeutig zum begeisterten Wanderer geworden!)
  • die Zeit in Kombination mit der Entscheidungsfreiheit, einfach das zu machen, worauf man gerade Lust hat
  •  Leute auf der Straße anzulächeln (in Deutschland doch völlig verrückt!)
  • der Fakt, wie schnell aus fremden Menschen Freunde werden können
  • Hitchhiken zu können
  • frische Äpfel (!!) und die Riesen Auswahl an Müsliriegeln



Was ich vorerst nicht vermissen werde:
  • meine sieben Sachen in meinem Backpack (laut Wayne mein Haus) mit mir herumzuschleppen und vor allem darauf zu achten auch alle sieben Sachen immer zusammen und bei sich zu haben
  • sich ständig darüber Gedanken machen zu müssen, wo man die morgige Nacht verbringen wird
  • das Geld stets im Hinterkopf zu haben (Neuseeland ist dazu noch völlig überteuert!)
  • ganz eindeutig meine Klamotten! (allerdings muss man auch mal erwähnen, wie schön es ist, sich keine Gedanken darüber zu machen, was man anziehen soll, weil man zum einen keine große Auswahl hat und zum anderen interessiert es eh keinem was man an hat und vor allem wie lange man etwas an hat :P)
  • sich krampfhaft zu überlegen, was man sich günstiges zum Abendbrot kochen soll
  • tägliches Einkaufen während dem Reisen, weil irgendwie immer irgendwas fehlt


Was ich gelernt habe (viel zu viele Sachen, um sie alle aufzuzählen, aber hier eine kleine Ansammlung, die in meinem Kopf herumschwirrt):
  • Spontanität ist allen
  • offen für alles zu sein, was gerade so auf einen zukommt, sei es die momentane Lebenssituation oder neue Bekanntschaften
  • das Beste aus einer Situation zu machen, auch wenn sie einem gerade so gar nicht passen mag
  • entspannt bleiben in jeglichen Situationen
  • natürlich zu waschen  und etwas mehr zu kochen
  • Pläne sind da, um sie wieder über den Haufen zu schmeißen oder mit anderen Worten: Pläne sind völlig sinnlos, weil eh immer alles anders kommt
  • Abschied nehmen ist furchtbar
  • das Leben ist ziemlich kostspielig…


Schon jetzt steht zu 110% fest, dass ich, sobald es mir der Geldbeutel erlaubt, erneut nach Neuseeland reisen werde und das Land noch einmal mit dem Auto bereisen möchte, was nochmal eine ganz andere Art des Reisens ist und dieser Gedanke schon jetzt bei mir ordentliches Bauchkribbeln verbreitet. Bis dahin versuche ich alle Erlebnisse und Erinnerungen an die unfassbaren Landschaften, herzlichsten Begegnungen und der verrückten Tierwelt so gut es geht in meinem Kopf aufzubewahren, wobei mir die über 10.000 entstandenen Fotos wohl ein bisschen helfen werden. Im Großen und Ganzen hat mich die Zeit einfach in vielerlei Hinsicht ungemein bereichert! Ich bin ich stolz auf jede Arbeit, die ich geleistet habe und würde mal behaupten, dass mich die verschiedenen Jobs nicht nur zum Kiwiexperten gemacht haben, sondern auch gezeigt haben, dass man mit einer Portion Organisation und ein wenig Köpfchen doch weiter kommt, als man vorher vielleicht angenommen hat. Auch wenn ich ohne Geld zurückkommen werde, bereue ich  keine Sekunde und bin mit jeder Entscheidung die ich getroffen habe zufrieden und mit jedem Abenteuer, was ich erleben durfte und das ist wohl das, was im Endeffekt zählt. In ein paar Jahren habe ich vielleicht wieder mehr Geld, aber werde mit diesem Geld genau diese Erfahrungen nicht nochmal machen können. Ich hoffe ihr versteht, was ich euch damit sagen möchte. Ich könnte noch ewig über irgendwelche Sachen philosophieren, weil es einfach so schwer fällt einen richtigen „Abschluss“ zu finden, aber nun ist Schluss mit dem ganzen Gefasel und ich möchte mich nur noch bei ALLEN bedanken, die meine Zeit so unvergesslich und einzigartig gemacht haben, besonders bei meiner Familie, die einen großen Teil dazu beigetragen hat, das ich dieses Abenteuer erleben durfte und auch ja überlebe (danke an Mama und Papa!)!! Es ist eben schön unterwegs zu sein, aber es funktioniert nur halb so gut, wenn man keinen zuhause hat, der einen unterstützt. 

Und somit werde ich mich riesig freuen euch alle Ende Juli wiederzusehen, in einen Bäcker gehen zu können und all seine Köstlichkeiten zu genießen, in aller Seelenruhe in meinem Bett schlafen zu können, meine alten/neuen Klamotten tragen zu können, in naher Zukunft wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben (mal sehen wie lange mich das erfreuen wird…) und sich ein wenig „nützlicher“ zu fühlen, backen zu können, Sport treiben zu können und Zeit mit meinen lieben Freunden und der Familie verbringen zu können. Ich hoffe ihr seid nicht eingeschlafen…

Wie die Neuseeländer immer so schön sagen: "See ya", sage ich „See ya New Zealand!“





Laura 

Samstag, 4. Juli 2015

Don´t cry because it´s over. Smile because it happened.



So viele Reisende, die ich während  meiner Zeit in Kanada kennengelernt habe, sind mittlerweile schon wieder zu Hause und ich habe mich immer gefragt, wie es sein wird, wieder zurückzukommen. Nun hieß es also auch für mich in den Flieger nach Deutschland zu steigen.

Als ich den deutschen Boden damals verlassen habe, wusste ich, dass eine interessante Zeit vor mir liegt und ich wahrscheinlich so einiges erleben und ich anschließend die Welt vielleicht mit etwas anderen Augen betrachten werde, bevor ich wieder heim komme. 365 Tage, sieben Provinzen, zwei Weltmeere, 70° C Temperaturunterschied, so einige Bären, Elche, Steinböcke, Schafe, Robben, Wale, Squirrels, Adler und andere Tier- und Vogelarten, sechs verschiedene Jobs, drei volle Reisetagebücher, 21 Blogeinträge, drei Inlandsflügen, 6 kanadische Flughäfen, 184 Geocache, unzählige Wanderungen, tausende Fotos und vor allem viele viele Begegnungen mit unfassbar lieben Menschen später, denke ich an genau diesen Gedanken und gebe zu, dass es unglaubliche 12 Monate waren, in denen ich mich sicher etwas verändert habe. 


Ich habe gelernt etwas zu kochen, zu waschen, zu putzen und zu nähen  (zur perfekten Hausfrau reicht es leider noch nicht). Ich habe meine Essgewohnheiten etwas umgestellt und verspeise erstaunlicher Weise eine Menge mehr, was ich vorher eher seltener angefasst hätte (Spinat, Tomate, Müsliriegel, Banane, Croissant…). Ich bin insgesamt spontaner und entspannter geworden und damit durch das Land gezogen. Was allerdings viel wichtiger ist, ist dass ich das erste Mal wirklich auf mich alleine gestellt war und mit etwas kleineren und größeren Unannehmlichkeiten konfrontiert wurde. Im Nachhinein bin ich sogar sehr dankbar für diese Situationen, da ich weiß, dass ich sie selbstständig lösen kann und diese nicht die Welt sind (obwohl ich auch ohne Probleme auf einige davon hätte verzichten können). Somit fühle ich mich zumindest ein kleines bisschen besser auf die Zukunft vorbereitet. Und auch wenn ich auf so einige Herausforderungen in der Zeit getroffen bin, haben die positiven Erlebnisse bei weitem überwogen und ich bin unglaublich dankbar für dieses Jahr. 

Dennoch bin ich sehr froh, immer Leute an meiner Seite zu haben, die mir beistehen, was immer auch passiert. Dafür geht ein ganz großes Dankeschön an meine großartige Familie und meine liebenswerten Freunde von zu Hause, die mich mit Besuchen, Paketen und Postkarten aufgemuntert haben und auch nach ihrer Zeit mitten in der Nacht zu meiner Verfügung standen, wenn es notwendig war. Des Weiteren möchte ich Danke sagen, an all die lieben Kanadier und kanadischen Einwanderer, die mich ohne weiteres bei sich aufgenommen haben, mir das kanadische Leben etwas näher gebracht haben und mich als Teil einer Familie angesehen haben. Die Gastfreundschaft in Kanada ist wirklich unglaublich groß und ich versuche ein wenig dieser Offenheit mit nach Deutschland zu bringen und dort weiterzugeben. Danke auch an (fast) alle meine kanadischen Arbeitgeber und Kollegen, die mich in den unterschiedlichsten Jobs begleitet haben und mir gezeigt haben, dass arbeiten Spaß machen kann, so lange man mit den richtigen Leuten zusammen arbeitet. Ich kann mich definitiv nicht beklagen, was meine ersten Arbeitserfahrungen angeht und ich habe jede kleine Motivation von meinen Mitarbeitern sehr geschätzt. Des Weiteren sage ich Danke zu all den anderen Reisenden, die mich jeweils ein kleines Stück begleitet haben und ihre Reiseerfahrungen mit mir geteilt haben. Ich habe so viele herzliche Menschen aus aller Welt kennengelernt, dass ich nun wahrscheinlich aus jedem meiner vielleicht zukünftigen  Reiseziele einen Freund gefunden habe und viel über andere Länder und andere Lebensweisen gelernt habe. 

So traurig ich also auch bin, dass mein Arbeitsvisum in Kanada ausgelaufen ist, ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit meinen Leuten von zu Hause, auf ein Wiedersehen der Kanadier zurück im Land oder jederzeit auch gerne in Deutschland und ein Wiedersehen mit all den Leuten, die reiselustig unterwegs sind, irgendwann und irgendwo auf diesem Planeten.


Und bis dahin genieße ich die Vorzüge in Deutschland. Ich werde in einen beliebigen deutschen Supermarkt gehen und mir Fleischsalat, Quark und richtigen Pudding kaufen, werde wieder viel mehr Schokolade essen, werde gutes Deutsches Brot haben, werde mir schließlich wieder Paprika, Weintrauben und Fleisch leisten können und freue mich auf ein ordentliches Schnitzel und eine gute deutsche Brezel. Diese Aussichten scheinen mir doch gar nicht mal so schlecht. Ich freue mich auf eine deutsche effiziente und ordentliche Einstellung meiner Mitmenschen und auch auf einen öffentlichen Nah- und Fernverkehr.  Auch wenn mir schon bald die kanadische Gelassenheit und vor allem die selbstverständliche Hilfsbereitschaft fehlen wird (Entschuldigt mich bitte, wenn ich zu Hause das Gefühl habe, alle Menschen wären egoistisch :P ). Vermissen werde ich allerdings nicht die Tatsache, dass mir jeder Kanadier erzählt wie viele deutsche Verwandte er hat und was seine Erinnerungen zur Mauer sind. 

Bitte nehmt es mir nicht übel, wenn mein Satzbau im Deutschen grottig ist und ich ab und zu Anglizismen einbaue. Deutsche Sprache – schwere Sprache ;) 

Danke an alle, die mich mit dem Lesen des Blogs in Kanada begleitet haben. Ich hoffe ich konnte Euch einen einigermaßen getreuen Eindruck von meinem Leben im Ausland vermitteln und Euch ab und zu ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
 





 Jenny