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Samstag, 11. Juli 2015

See ya New Zealand!

26.05. – 02.06.2015 - Tag 258-265


Auckland, New Plymouth, Wellington und plötzlich nicht mehr in Neuseeland


Letztens doch erst noch von meiner ersten Woche bei den Kiwis berichtet und nun ist es tatsächlich schon so weit, das ich von meiner letzten Woche hier in Neuseeland schreibe... Das nun zu schreiben kommt mir völlig absurd vor, denn das dreiviertel Jahr ist wirklich nur so an mir vorbei geflogen und kam mir vor wie zwei Monate oder höchstens drei. Zwar ist meine Reise auch noch gar nicht zu Ende, jedoch mein Work&Travel – Aufenthalt in Neuseeland und somit die Hauptzeit. Ich hätte natürlich noch ein wenig länger bleiben können, wie es ja eigentlich geplant war, aber ich muss sagen, dass es genau der richtige Zeitpunkt war zu  gehen. Mein Kopf ist ziemlich voll mit schönsten Bildern von unterschiedlichsten Landschaften sowie Erlebnissen und neuen Erfahrungen. Zudem kam das ziemlich mistige winterliche Wetter und der Fakt, dass einem ohne ein Auto auf Dauer in Neuseeland eindeutig das Freiheitsgefühl fehlt. Und zu guter Letzt hatte ich weder eine wasserdichte Regenjacke noch wasserdichte Wanderschuhe, ohne die man gerade zur jetzigen Jahreszeit nicht überlebt hätte ;) Und wie das so ist, wenn etwas ziemlich schönes zu Ende geht macht man sich natürlich unheimlich viele Gedanken darüber und lässt alles noch einmal in seinem Kopf Revue passieren und dabei kamen mir so einige Sachen in den Sinn, die ich gerne mit euch teilen möchte! (Achtung, der Eintrag wird länger als gedacht….)

Erst einmal zu meiner letzten Woche. Nun musste ich von Auckland wieder runter Nach Wellington, um dort meinen Flug nach Sydney zu nehmen. Diese Strecke bin ich dann zum dritten Mal gereist, jedoch immer einen anderen Weg. Zuerst die Ostküste, dann durch die Mitte durch die Nationalparks und zu guter Letzt entlang der Westküste mit Stopp in New Plymouth. Ich habe mir am ersten Tag ein Rad ausgeliehen und bin zum Paritutu Rock gefahren und habe in 15 Minuten auch ganz stolz die Spitze erklommen, wobei man tatsächlich klettern musste und konnte dann ganz für mich bei traumhaften Wetter den Blick aufs Meer und übers Land genießen, wobei ich tatsächlich Mount Taranaki sehen konnte (wettertechnisch kommt das hier nicht so oft vor)! Durch Zufall habe ich erfahren, dass Merle zu dieser Zeit auch in New Plymouth ist. Wir hatten uns damals auf Akaroa kennengelernt und sie wäre seitdem sehr gerne mit mir ein Stückchen zusammen gereist, allerdings sind wir immer in die andere Richtung gereist. Also haben wir uns einen echt schönen Tag gemacht und sind zusammen bei herrlichstem Sonnenschein den Coastelwalk gelaufen zu einer interessanten Brücke, wo wir noch einmal einen schönen Blick auf den wirklich hübschen Vulkan Taranaki bekommen haben und sind anschließend zusammen indisch Essen gegangen. Da ich bei Merle mit im Auto schlafen konnte, hatten wir einen traumhaften Campingplatz direkt am Meer, wovon wir uns am Abend den Sonnenuntergang angeschaut haben! Am kommenden Tag ging es noch einmal in den botanischen Garten, der entgegen meinen Erwartungen echt schön war und danach fuhr auch schon mein Bus nach Wellington. 
In Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, hatte ich für meine letzten Tage nicht gerade das Beste Wetter abbekommen, sodass ich nicht großartig motiviert war für ausgefallene Aktivitäten und lieber ganz entspannt die letzten Dinge erledigt habe, die noch so anstanden. Erstmal natürlich ein wenig shoppen, wobei Souvenirs kaufen im Vordergrund stand, jedoch hat mich das Angebot nicht so vom Hocker gerissen und ich bin immer wieder in die Klamottenläden abgeschweift und habe versucht dieses Thema auf den nächsten Tag zu verschieben, weil es unheimlich schwierig ist DAS Mitbringsel zu finden. Die schöne Promenade lud jedoch zum entlang schlendern und Seele baumeln lassen ein und um mich ein wenig zu bilden, bin ich dann noch in das riesige Museum gegangen, was perfekt zum Wetter passte, jedoch waren dort so unheimlich viele Menschen, das ich entschied, das ein Mittagsschlaf, mir doch gerade besser passte. Meine letzte kleine "Wanderung" führte mich hinauf zum Mount Victoria, von dem man einen wirklich schönen Ausblick über die charmante Stadt Wellington hatte. Ansonsten bin ich noch mit der berühmten Cable Car gefahren und habe mir Wellington auch von der anderen Seite nochmal von oben angeschaut und das war es dann auch schon wieder an meinen Aktivitäten. Es war einfach ein rundum geglückter und vor allem entspannter Abschluss meiner Zeit!

Mount Taranaki schneebedeckt
Ganz links der Berg, den ich mal eben hinauf geklettert bin ;)
Mount Taranaki
Die weltberühmte Cable Car in Wellington
Blick über Welly vom Mount Victoria
Auf meinem Flug nach Sydney kullerte dann erstmal eine dicke Krokodilsträne und dann habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich vorerst nur stichpunktartig festgehalten habe, jedoch denke ich, dass diese auch so ganz verständlich sein sollten, weswegen ich jetzt daraus kein Text mehr fabrizieren werde und euch einfach meine Gedanken so überlasse:

Was ich vermissen werde:
  • das tägliche Gedankensortieren beim Aufwachen, um erstmal herauszufinden, wo man eigentlich ist, um dann festzustellen, das man sich ja gerade im schönen Neuseeland befindet
  • die abgefahrene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Menschen hier
  • Begegnungen und Unterhaltungen mit anderen reisebegeisterten Globetrottern, die einem unheimlich inspirieren
  • das tägliche Abenteuer
  • planlos aufzuwachen und mit wunderschönen Erlebnissen einschlafen
  • einfach loszulaufen und wunderschöne Landschaften entdecken zu können (ich bin eindeutig zum begeisterten Wanderer geworden!)
  • die Zeit in Kombination mit der Entscheidungsfreiheit, einfach das zu machen, worauf man gerade Lust hat
  •  Leute auf der Straße anzulächeln (in Deutschland doch völlig verrückt!)
  • der Fakt, wie schnell aus fremden Menschen Freunde werden können
  • Hitchhiken zu können
  • frische Äpfel (!!) und die Riesen Auswahl an Müsliriegeln



Was ich vorerst nicht vermissen werde:
  • meine sieben Sachen in meinem Backpack (laut Wayne mein Haus) mit mir herumzuschleppen und vor allem darauf zu achten auch alle sieben Sachen immer zusammen und bei sich zu haben
  • sich ständig darüber Gedanken machen zu müssen, wo man die morgige Nacht verbringen wird
  • das Geld stets im Hinterkopf zu haben (Neuseeland ist dazu noch völlig überteuert!)
  • ganz eindeutig meine Klamotten! (allerdings muss man auch mal erwähnen, wie schön es ist, sich keine Gedanken darüber zu machen, was man anziehen soll, weil man zum einen keine große Auswahl hat und zum anderen interessiert es eh keinem was man an hat und vor allem wie lange man etwas an hat :P)
  • sich krampfhaft zu überlegen, was man sich günstiges zum Abendbrot kochen soll
  • tägliches Einkaufen während dem Reisen, weil irgendwie immer irgendwas fehlt


Was ich gelernt habe (viel zu viele Sachen, um sie alle aufzuzählen, aber hier eine kleine Ansammlung, die in meinem Kopf herumschwirrt):
  • Spontanität ist allen
  • offen für alles zu sein, was gerade so auf einen zukommt, sei es die momentane Lebenssituation oder neue Bekanntschaften
  • das Beste aus einer Situation zu machen, auch wenn sie einem gerade so gar nicht passen mag
  • entspannt bleiben in jeglichen Situationen
  • natürlich zu waschen  und etwas mehr zu kochen
  • Pläne sind da, um sie wieder über den Haufen zu schmeißen oder mit anderen Worten: Pläne sind völlig sinnlos, weil eh immer alles anders kommt
  • Abschied nehmen ist furchtbar
  • das Leben ist ziemlich kostspielig…


Schon jetzt steht zu 110% fest, dass ich, sobald es mir der Geldbeutel erlaubt, erneut nach Neuseeland reisen werde und das Land noch einmal mit dem Auto bereisen möchte, was nochmal eine ganz andere Art des Reisens ist und dieser Gedanke schon jetzt bei mir ordentliches Bauchkribbeln verbreitet. Bis dahin versuche ich alle Erlebnisse und Erinnerungen an die unfassbaren Landschaften, herzlichsten Begegnungen und der verrückten Tierwelt so gut es geht in meinem Kopf aufzubewahren, wobei mir die über 10.000 entstandenen Fotos wohl ein bisschen helfen werden. Im Großen und Ganzen hat mich die Zeit einfach in vielerlei Hinsicht ungemein bereichert! Ich bin ich stolz auf jede Arbeit, die ich geleistet habe und würde mal behaupten, dass mich die verschiedenen Jobs nicht nur zum Kiwiexperten gemacht haben, sondern auch gezeigt haben, dass man mit einer Portion Organisation und ein wenig Köpfchen doch weiter kommt, als man vorher vielleicht angenommen hat. Auch wenn ich ohne Geld zurückkommen werde, bereue ich  keine Sekunde und bin mit jeder Entscheidung die ich getroffen habe zufrieden und mit jedem Abenteuer, was ich erleben durfte und das ist wohl das, was im Endeffekt zählt. In ein paar Jahren habe ich vielleicht wieder mehr Geld, aber werde mit diesem Geld genau diese Erfahrungen nicht nochmal machen können. Ich hoffe ihr versteht, was ich euch damit sagen möchte. Ich könnte noch ewig über irgendwelche Sachen philosophieren, weil es einfach so schwer fällt einen richtigen „Abschluss“ zu finden, aber nun ist Schluss mit dem ganzen Gefasel und ich möchte mich nur noch bei ALLEN bedanken, die meine Zeit so unvergesslich und einzigartig gemacht haben, besonders bei meiner Familie, die einen großen Teil dazu beigetragen hat, das ich dieses Abenteuer erleben durfte und auch ja überlebe (danke an Mama und Papa!)!! Es ist eben schön unterwegs zu sein, aber es funktioniert nur halb so gut, wenn man keinen zuhause hat, der einen unterstützt. 

Und somit werde ich mich riesig freuen euch alle Ende Juli wiederzusehen, in einen Bäcker gehen zu können und all seine Köstlichkeiten zu genießen, in aller Seelenruhe in meinem Bett schlafen zu können, meine alten/neuen Klamotten tragen zu können, in naher Zukunft wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben (mal sehen wie lange mich das erfreuen wird…) und sich ein wenig „nützlicher“ zu fühlen, backen zu können, Sport treiben zu können und Zeit mit meinen lieben Freunden und der Familie verbringen zu können. Ich hoffe ihr seid nicht eingeschlafen…

Wie die Neuseeländer immer so schön sagen: "See ya", sage ich „See ya New Zealand!“





Laura 

Mittwoch, 10. Juni 2015

Endlich wieder Segeln!

14.05. – 25.05.2015


Auckland, Segeln im Hauraki Golf

Die Karte ist dieses Mal kein Stück detailgetreu, nur damit ihr ein kleinen Eindruck bekommt...

Die zehn Tage segeln auf der „Spirit of New Zealand“ war ein riesen Highlight meiner Reise und ich bin immer noch so glücklich darüber, dass ich das noch so kurzfristig erleben durfte! In den zehn Tagen haben wir so viel gemacht und es sind so unendlich viele Bilder entstanden, dass es mir dieses Mal besonders schwer fällt, dass alles in Worte zu fassen und vor allem Bilder auszusuchen…

Die „Spirit of New Zealand“ ist ebenfalls ein Dreimaster und wir waren 53 Mann an Bord, so wie ich es ja eigentlich meist gewohnt bin. Die 41 Trainees waren Schüler (15-18 Jahre) aus ganz Neuseeland, die aufgefordert in diesem Alter an der pädagogischen Reise teilzunehmen, was wiederum auch stark von den Schulen promotet wird. Die Stammcrew ist fest angestellt und dazu kommen noch vier Volontärs, die als Wachführerassistenten arbeiten und zwei „Leading Hands“. Da sie mich quasi „zusätzlich“ mitgenommen haben gab es bei uns fünf Wachführerassistenten und ich hatte zusammen mit John eine Wache. Darüber war ich im Endeffekt sehr glücklich, weil wir als Wachführerassistenten doch mehr Verantwortung hatten als ich anfangs dachte. Ich war also immer für den seglerischen Part zuständig und John hat das pädagogische übernommen, was eine sehr gelungene Aufteilung war!




Unser Tag begann jeden Morgen um 6:30 Uhr kurz vor Sonnenaufgang. Um 6:31 sind wir dann bereits in Badezeug ein wenig an Deck rumgelaufen und nach einem kurzen Aufwärmprogramm dann der kalte (!!) Sprung ins Meer (und das jeden Morgen wohlbemerkt!). Danach war man zu 110% wach… Den einen Morgen haben uns sogar die Delfine besucht, allerdings wollten sie nicht mit uns Schwimmen und kamen erst wieder als wir fertig waren… Jedoch haben sie uns in den ersten Tagen während dem Segeln häufiger besucht! Nach dem Frühstück sind wir dann meist gesegelt und am Nachmittag dann wieder in einer schönen Bucht vor Anker gegangen und am Abend gab es dann immer eine spannende Unterhaltung wie lustige Strandspiele oder Wettspiele in der Messe.

Delfine!!!
Ganz genau hinschauen, da springt gerade ein Delfin aus dem Wasser bei Sonnenaufgang!
Verlassene Strände sind ganz normal in Neuseeland...

Strandspiele...
Unsere Route führte uns zuerst in den Norden und das weiter als bei den „normalen“ Reisen so üblich, denn Mate Ben hatte zu Beginn den Wunsch geäußert doch einfach mal zu den „Poor Knights Islands“ zu segeln. Die Winde dafür waren sehr gut und so hatten wir das Ganze als Überraschung für die Trainees gemacht. Die Poor Knight Islands gehören zu einen der bekanntesten Tauchgebiete der Welt. Natürlich sind wir dort nicht getaucht und auch das Betreten ist nicht erlaubt, aber es gibt dort eine ziemlich große Höhle, wo man mit dem Boot reinfahren kann und der Sound dort drinnen ist einfach unglaublich spektakulär! Da sie mich gleich am Anfang mal so nebenbei als „Boatgirl“ ausgebildet haben, also eine weitere Person die in den motorisierten Beibooten mitfahren muss zur Sicherheit, durfte ich bei jeder Tour in die Höhle mitfahren und die einen oder anderen Gesangseinlagen der Trainees lauschen. Der kurze, aber spannende Ausflug zu den Poor Knight Islands war also auf jeden Fall eine gelungene Überraschung.

Auckland's Skyline beim Asulaufen
Die Schönheit und vor allem die gesamte Höhle in einem Foto wiederzugeben ist leider nicht möglich, aber hier sieht man mal die abnormale Farbe des Wassers...
Aus der Höhle heraus fotografiert, was ein klein wenig die Ausmaße zeigt...
Am Nachmittag ging es dann gleich weiter zur Great Barrier Island. Dort lagen wir gleich zwei Tage vor Anker und haben am ersten Tag eine Wanderung auf einen Berg gemacht. Mit 40 Teenagern eine interessante Erfahrung, aber leider haben wir es aufgrund von Zeitproblemen nicht auf die Bergspitze des Mount Hobsen geschafft,  sondern „nur“ bis zu einer Hütte kurz davor, die jedoch schon ein super Ausblick hatte! An dieser Stelle muss ich auch mal wieder sagen, dass ich unheimlich beeindruckt war, wie unglaublich schön und vor allem anders diese Insel mal wieder ist nach all dem, was ich bereits von Neuseeland gesehen habe. Am zweiten Tag hieß es dann Lugger (kleines Segelboot mit einem Segel für 10 Leute) segeln für die Trainees und dabei durfte ich wieder mit Beiboot fahren und die Trainees beaufsichtigen, was eine lustige Angelegenheit war. Dafür haben wir zum Beispiel auch ein kleinen Snack in eine Dose gepackt und diese ins Wasser geschmissen und die Trainees mussten diese während dem Segeln aufgabeln :D Wir als Crew hatten dann in der Mittagspause noch unser Vergnügen mit den kleinen Segelbooten! Am Abend ging es an Land, wo wir Würstchen über dem Lagerfeuer gegrillt haben, gesungen haben und Marshmallows gegessen haben. Im Dunkeln mussten wir dann zurück zur Spirit und dieses mal mussten wir auch als Aufsichtspersonen mit den Trainees zusammen paddeln anstatt im Motorboot zu fahren und es war wirklich Wahnsinn, denn ich habe zum ersten Mal das Meeresleuchten gesehen!!


Der Blick in die Ferne beim Wandern auf den Mount Hobsen...
Die letzten Tage hieß es nochmal Segeln bis runter nach Coromandel und dann entlang der schönen Inseln, die der Hauraki Golf so zu bieten hat und das bei stürmischen Wetter und auch Sonnenschein oder also bei typisch neuseeländischen Wetter… Ich habe glaube ich auch noch nie so viele Regenbogen in so kurzer Zeit gesehen! Es war zudem schön zu sehen, wie selbstständig die Trainees mittlerweile zusammen gearbeitet haben und ich war ein wenig stolz, dass ich dazu ja auch mein Teil begetragen habe und mein Wissen auch in Englisch vermitteln zu können. Am vorletzten Tag gab es dann noch den „Trainee-Day“ (= Schiffsübergabe), wo die Trainees die Verantwortung für das ganze Schiff übernommen haben und wir nur zuschauen durften und auch das hat super geklappt. Wir als Crew haben gesagt, dass es ein organisiertes Chaos war, was es wirklich war :D





Insgesamt war es nicht nur für die Trainees, sondern auch für mich ein großes großes Abenteuer mit schönsten Sonnenaufgängen sowie Untergängen, dem besten Essen, was ich in den letzten 9 Monaten hatte, viel Spaß, lustigen Erlebnissen, neuen Eindrücken von Neuseelands Landschaft, die einfach nie langweilig wird, schönsten Sternenhimmel und vor allem vielen neuen Bekanntschaften, die mir es noch schwerer machen, so langsam Abschied von Neuseeland zu nehmen… Eines steht auf jeden Fall fest, ich werde definitiv sobald es geht wieder hierher zum Segeln kommen! Am liebsten schon morgen…



Laura

PS: Das sind wirklich nur ganz ganz wenig Bilder........

Samstag, 30. Mai 2015

In schnellen Schritten Richtung Norden!

05.05. – 14.05.2015


Wanaka, Fox Glacier, Hokitika, Christchurch & Auckland



Anna und die Kids haben mich in Wanaka im Hostel abgesetzt, wo ich noch einmal fünf Tage verbracht habe. Es hat mal wieder viel geregnet, was mich allerdings nicht davon abgehalten hat, ein wenig spazieren zu gehen, den Herbst zu genießen und mich um ein paar Sachen zu kümmern, wie die Steuererklärung oder weitere Planungen anzustellen. Anfang des Jahres hatte ich mich bei einem neuseeländischen Segelschiff als Crewmitglied beworben. Das Ganze hat mir einiges an Nerven gekostet, da bis zur letzten Woche nicht klar war, ob für mich ein Platz frei wird. Dann hatte ich jedoch den langersehnten positiven Anruf und schon nächste Woche kann ich dann für zehn Tage mitsegeln! Ich hab mich wirklich riesig (!!!) darüber gefreut und da das ganze schon in der kommenden Woche ist, habe ich nicht mehr allzu lange Zeit auf der Südinsel, wie eigentlich angenommen.

Noch einmal ein Bild vom Lake Hawea, wo ich gewwooft hatte
Lake Wanka!
Herbst :)
Der berühmte Baum mitten im See...

An einem Regentag war ich in der „Puzzling World“ mit einem richtig abgefahrenen Labyrinth, wo ich bestimmt eine Stunde gebraucht habe, um zu den vier Ecktürmen zu kommen! Ich als Labyrinth-Fan hatte auf jeden Fall meinen Spaß und danach ging es weiter mit einer spannenden Ausstellungen und ganz vielen kleinen kniffligen Spielchen an denen ich mich probiert habe und so wurde auch dieser Regentag optimal genutzt und ich hatte mal wieder ein bisschen Abwechslung. Als mal kein Regen vorausgesagt war bin ich nochmal so richtig wandern gegangen. Roys Peak war mein Ziel und das war mit Abstand die anspruchsvollste Wanderung, die ich bisher hier gemacht habe, aber wohl auch die schönste überhaupt. Vier Stunden ging es relativ steil den Berg stets bergauf und oben (1587 m) lag sogar schon Schnee und es war wirklich eiskalt! Die Wolken haben mir leider den Blick auf die schneebedeckten Bergspitzen versperrt, aber allein der Ausblick auf den Lake Wanaka war atemberaubend! Da ich mich dann erst recht spät auf den Rückweg gemacht habe und auch ein wenig die Zeit unterschätz hatte, wieder runter zukommen, musste ich die letzten zwei Kilometer noch mit Taschenlampe laufen. Am kommenden Tag fühlten sich meine Knie an wie Steine und viel war mit mir dann nicht mehr anzufangen.

Blick auf die kleine Stadt Wanaka
Da ganz kleine stehe ich!

Die Hälfte des Bildes besteht zwar nur aus Wolke, aber da seht ihr den Schnee!

Nach Wanaka bin ich weiter mit dem Bus die Westküste hoch. Ich habe einen kurzen Zwischenstopp beim Fox Glacier eingelegt, wo ich den Gletscher nur aus weiter Entfernung betrachten konnte und auch keinerlei Berge sehen konnte, denn es war ja gerade Regenwoche… Aber haltet euch fest, an dem einen Nachmittag als ich da war hat es gerade mal nicht geregnet und so habe ich mir zusammen mit Ines ein Fahrrad ausgeliehen und wir sind zum Lake Matheson gefahren (wie sehr ich Fahrrad fahren vermisst habe!). Zwar haben sich in dem See keine Berge gespiegelt, wie das normalerweise der Fall ist, aber schön war’s trotzdem. Gleich am nächsten Morgen ging es weiter nach Hokitika und somit war ich endlich mal wieder am Meer! Nachdem ich im Hostel eingecheckt hatte wütete gleich mal ein ziemlich starkes Gewitter und es regnete sich für den Rest des Tages ein… Bei stürmischen Wetter habe ich am kommenden Nachmittag ein entspannten Strandspaziergang gemacht, mir die kleine Stadt angeschaut und den trotz Wolken schönen Sonnenuntergang angeschaut und bin danach noch Glühwürmchen gucken gegangen, die wirklich besonders beeindruckend waren!
Mit dem Touri-Zug, auch „TranzAlpine“ ging es dann von Greymouth in fünf Stunden nach Christchurch. Dies soll eine der schönsten Bahnfahrten der Welt sein, allerdings hatte ich natürlich immer noch das schlechte Wetter im Schlepptau, was die Sicht auf die Berge ziemlich einschränkte, aber man kann nicht sagen, dass es nicht schön war :)


Hokitika!

Sonnenuntegang...
Und nun extra für den lieben Papa die langersehnten Bilder vom Zug:




Und zu guter letzte bin ich nach einer kurzen Nacht in Christchurch in weniger als anderthalb Stunden von Christchurch nach Auckland geflogen, wo ich dann über den Wolken mal wieder ein bisschen Sonne getankt habe!


Laura

Mittwoch, 6. Mai 2015

Die Reise geht weiter!

13.04. – 05.05.2015


Te Anau, Alexandra, Lake Tekapo, Mount Cook, Lake Hawea



Ich hatte mir wirklich den ungünstigsten Zeitpunkt für den Routeburn Track ausgesucht, ein weiterer Great Walk Neuseelands. Nachdem es bereits in Te Anau mächtig geschneit hatte meinte das Busunternehmen, das es zu gefährlich sei (Schneekettenpflicht war angesagt!) uns zum Startpunkt zu bringen. Also hieß es erstmal ein Weilchen abwarten. Dann ging es aber doch noch los und relativ spät bin ich die Dreitages-Tour gestartet. Am ersten Tag ging es größten Teils Berg auf in die Berglandschaft, allerdings lief man die ganze Zeit im Wald, wodurch man immerhin etwas geschützt war. Der Schnee wurde immer höher und somit auch der Weg umso gefährlicher. Ich war echt super froh heile an der ersten Hütte anzukommen! Dort war es übrigens auch richtig kalt. Selbst in der Hütte konnte man seinen eigenen Atem sehen. Bereits am Abend hat uns der Ranger berichtet, dass es nicht gut für uns am kommenden Morgen aussehen wird, da sich das Wetter nicht bessern würde. Genau so kam es dann auch und der Weg bis zur zweiten Hütte wurde für den nächsten Tag gesperrt. Also hieß es wieder zurück zum Anfang. Ich war ziemlich enttäuscht und wäre wirklich zu gern weiter gegangen!


Blick auf die ersten Berge
Blick ins Tal
Nachdem ich dann wieder in Te Anau angekommen bin, bin ich dort für eine Nacht bei meinen ehemaligen deutschen Arbeitskollegen im Caravan untergekommen und bin dann am nächsten Tag nach Alexandra per Anhalter gefahren. Das gestaltete sich an diesem Tag als ganz schön zäh, aber ich bin doch noch angekommen. Der Weg dahin war wirklich zauberhaft, da die Berge nun alle in einem schönen Weiß gehüllt sind! In Alexandra war ich letztendlich anderthalb Wochen und habe zum einen einfach mal die Seele baumeln lassen und zum anderen habe ich noch einmal gearbeitet, da Marj, die liebe Hosteldame, einem hilft einen Job für kürzere Zeit zu bekommen. Also habe ich mich noch einmal auf einem Weingut probiert und einen Tag Trauben gepflückt und da die Saison ja fast zu Ende ist dann noch geholfen die Netze abzunehmen. Für drei weitere Tage hatte ich dann noch unerwartet einen Job auf einer Apfelplantage bekommen!! Da auch hier die Saison gerade zu Ende geht und es dieses Jahr hier in dieser Region nur wenig Äpfel zu pflücken gibt, aufgrund des heißen Sommers, wurden wir pro Stunde bezahlt, was die ganze Sache um einiges entspannter gestaltete. Jedoch war ich am Ende des Tages immer völlig platt! Dafür konnte ich so viele Äpfel essen wie ich wollte :)

Selbst die Apfelplantage erstrahlt in den schönsten Herbstfarben!
Sparziergang entlang des Flusses

Für meine letzten fünf Wochen (wo ist die Zeit geblieben?!?) in Neuseeland ist jetzt noch Reisen angesagt. Also bin ich zuerst ein Stück in den Norden zum Lake Tekapo gefahren, wo ich bereits eine Nacht gezeltet hatte. Eigentlich war mein Plan dort zwei Tage zu bleiben, jedoch wurden am Ende fünf Tage daraus, da eine Schlechtwetterfront über die ganze Südinsel zog… Egal wo ich also hingefahren wäre, es hätte auf jeden Fall geregnet! Also hab ich es mir im Hostel, vor dem großen Fenster mit Blick auf den See, gemütlich gemacht und mal wieder ein paar Sachen erledigt, die ich schon länger vor mir hergeschoben habe und am Abend fand sich fast immer nette Gesellschaft zum Karten spielen oder auch einfach ein schöner Platz vor dem Kamin zum Lesen. Nach drei  Tagen Dauerregen kam dann doch tatsächlich mal wieder die Sonne hervor und ich bin weiter zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands.

Fahrt durch den beeindruckenden Lindis Pass
Drei Tage graues Wetter über Lake Tekapo, aber das Zelt steht dennoch
Am letzten Tag dann endlich das schönste Wetter!
Ich hatte echt Glück, denn ein Amerikaner hat mich vom Lake Tekapo direkt zum Mount Cook mitgenommen! Die Berge waren größtenteils noch in Wolken gehüllt, allerdings strahlte der Lake Pukaki unheimlich krass türkis leuchtend, sowas habe ich auch noch nie gesehen… Wir sind noch zum Tasman Glacier gefahren und den Rest des Tages hab ich mal wieder den Regen im Hostel abgewartet. Am nächsten Tag ging es dann jedoch früh los zum Hooker Valley Track, welcher über große Hängebrücken ziemlich nah zum Mount Cook führte. Der Weg durch die Berge war atemberaubend und das Wetter einfach nur perfekt!


Lake Pukaki (nicht bearbeitet!)

Erster Blick auf Mount Cook!!



Unreales Wetter und Aussichten...
Ganz kurzfristig habe ich nach langer Zeit dann mal wieder einen WWOOFING-Platz (5 Stunden Arbeit auf einer organischen Farm gegen ein Bett und Essen) bekommen. Das, was wir ganz am Anfang unserer Reise mal probiert hatten, aber irgendwie aus den Augen verloren haben. Dieses Mal war ich in einer Familie in der Nähe vom Lake Hawea. Anna (selbstständige Sängerin) und Lochlan haben zwei Kinder, Matilda (4 Jahre) und Oscar (11 Monate), die wirklich zuckersüß sind! Ich hatte fünf ganz abwechslungsreiche Tage und keine Minute Langeweile. Die Gartenarbeit bestand aus Birnen und Quitten pflücken, Laub harken, das letzte Gemüse ernten, die Beete für den Winter vorbereiten…. Und dann haben wir einen Tag noch das kleine Häuschen auf Vordermann gebracht und ich habe mich darin versucht die Kids zu bespaßen, wenn Anna gerade an ihrer Kampagne arbeiten musste. Das organische Essen war im Gegenzug ein Traum und mein eigenes Zimmer auf jeden Fall auch. Ich habe mich dort super wohl gefühlt und war echt traurig gestern zu gehen und Platz für neue WWOOFER zu machen… In der Zeit habe ich übrigens auch mein erstes Erdbeben mit einer Stärke von 5,6 zu spüren bekomme, was für die Region hier eher untypisch und ziemlich stark ist. Jetzt weiß ich auch wie es sich anfühlt, wenn plötzlich das ganze Haus wackelt...

Osci erkundet die Hühner...

                                                                                                                                                                                                         
Laura