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Freitag, 25. Dezember 2015

Urlaub mit der ganzen Familie auf der Thor

13.09. - 19.09.2015


Kiel -Æerøskøbing - Marstal - Als - Kiel




Ich war mal wieder Segeln, was ja nichts großartiges neues ist, aber dieses mal inklusive der gesamten Familie und mit Reiseschwester Franzi! Auf unserem einwöchigem Trip auf der „Thor Heyerdahl“ habe ich ihnen dann mal gezeigt, was ich auf dem Schiff, seit mittlerweile vier Jahren, eigentlich so treibe. Alle mussten mit ran beim Segel setzten, Wache gehen, backschaften sowie dem obligatorischen Reinschiff. Wettertechnisch hatten wir so gut wie alles dabei: Sonne, eine kühle Brise, starken Regen, weniger starken Regen, herrliche Sonnenaufgänge und -untergänge, einen Regenbogen und natürlich auch ein kleinen Sturm, wobei fleißig von allen Seiten die Fische gefüttert wurden! Von Dänemark haben wir auch bisschen was zu sehen bekommen, wobei die kleine Stadt Ærøskøbing mit all den bunten und schiefen Häusern besonders schön anzusehen war, allerdings das Grillen im Regen in Marstal sicherlich auch bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Am Ende halten alle stolz ihre Seemeilenbestätigungen von 130 Seemeilen in der Hand und haben mit Sicherheit eine andersartige, aber sehr abenteuerreichen Urlaubswoche hinter sich :)

Vor Dänemarks Küste
Mit der Reiseschwester Franzi :)
Alle fleißig am Arbeiten!
Gemeinsames Segel packen
Tägliche Besprechung
Papa fleißig am klar Deck machen
Alle zusammen am Klettern
Die drei Copis :)
Erkundung Æerøskøbing



Mit der Schwester :)


Das obligatorische Bild mit der Franzi





Laura













Sonntag, 20. Juli 2014

Eine erfolgreiche Segelsaison geht vorerst zu Ende…

Meine diesjährige Thor-Zeit neigt sich leider schon dem Ende. Fast einen Monat habe ich auf den verschiedensten Törns in diesem Jahr auf der Thor Heyerdahl verbracht. Mal mit mehr und mal mit weniger Wind, Flaute oder dem wohl bekannten Wind aus der falschen Richtung. Dennoch ein Hoch auf das sonnige Wetter und die daraus resultierende Zeit in meiner Hängematte. Jeder Törn war sehr lehrreich, stets ereignisreich und voller neuer Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen (auch hier mal mehr und mal weniger motiviert, wie ich feststellen musste). So hat es mich in der westlichen Ostsee drei Mal nach Marstal, einem kleinen Städtchen auf Ærø, verschlagen sowie nach Lyø, Sønderborg und Als. Besonders beeindruckend war dabei sicherlich der Als Sund und Als Fjord als märchenhafte Kulisse.





Jesper und die Thor 


Jede Reise hat da noch so ihre Highlights…zu erwähnen wäre da auf jeden Fall die Pancake-Kombüsenparty mit den weltbesten Pancake Kreationen (Schinken, Käse, Eis, Kirschen, Apfel, Zucker und Zimt, Sahne…), an dieser Stelle ein Dank an Imke :D (währenddessen lief übrigens gerade das legendäre Fußballspiel gegen Brasilien, aber ich glaube wir hatten genauso viel Spaß und Freude). Außerdem habe ich dieses Jahr zwei Mal miterlebt wie wir fast Vollzeug gesegelt sind (sogar mit Flieger, den wir mal aus seinem Winterschlaf geholt haben). Dieser Anblick ist natürlich immer eine Fotosafari wert und zum ersten Mal mit Jesper! Nach meinen letzten drei Törns kann ich ganz stolz verkünden, das ich meine bootsmännischen und auch technischen Fähigkeiten sehr verbessert habe, dank vieler lieber Menschen, die sich seeehr viel Zeit für mich genommen haben! Erneut ein Dank an dieser Stelle ;)



Und zu guter letzt noch die Rinderhackfleischaktion, welche ich wohl nicht so schnell vergessen werde! Aus heiterem Himmel aßen mehrere auf einem Jugendtörn angeblich kein Schweinefleisch, was nur sehr unpraktisch war, da für die geplante Bolognese nur gemischtes Hack an Bord war. Was für ein Drama… Da wir jedoch noch vor Anker lagen kam ein Schlaumann daher und meinte wir könnten doch noch schnell welches im Tante-Emma-Laden im Hafen besorgen. Diese Chance haben Kathrin, Maria und ich sofort ausgenutzt, um doch mal ganz allein mit dem Dinghi auf große Fahrt zu gehen. Und schwups durften wir drei mit dem Dinghi an Land fahren und das Rinderhack besorgen (welches übrigens letztendlich nicht im Tante-Emma-Laden gab und wir deshalb noch eine kleine Wanderung in die Innenstadt vornehmen muss…aber was tut man nicht alles fürs Rinderhack). Ja auch mit solchen Themen schlagen wir uns an Bord rum und das sind genau die Aktionen, die den normal klingenden Tagesablauf auf der Thor unvergesslich machen.


Fast hätte ich vergessen von dem unglaublich tollen Törn auf einer Yacht zu berichten, der natürlich genauso zu meinen diesjährigen Segelerfahrungen zählt! Zu acht (7 weitere Thorler) haben wir uns eine im IKEA-Stil eingerichtet hochmoderne 44-Fuß Yacht über Pfingsten gemietet (auch Jogurtbecher genannt). Es ist schon ein wenig ‚anderes Segeln‘ , aber es macht definitiv genauso viel Spaß! Bei Flaute waren wir einfach mitten auf der Ostsee baden, haben dabei den Rettungsring als Bananenboot genutzt und uns ziehen lassen. Mit ein wenig mehr Wind am Folgetag haben wir uns auf eine kleine Verfolgungsjagd aufgemacht und haben der Thor einen kleinen Besuch vor Ærø abgestattet. Um rechtzeitig wieder in Laboe festzumachen sind wir durch die Nacht wieder Richtung Süden gedümpelt, aber hatten einen unvergesslichen Sonnenuntergang sowie -aufgang und mit Schlafsack am Ruder stehen war schon schön. Am Montag hatten wir dann nochmal schönstes Segelwetter und so haben wir die letzten Stunden noch bestens ausgenutzt.

Spiegelglatte See...

...Zeit zum baden!


Ganz ohne Thor geht es eben doch nicht ;)

In den Sonnenaufgang segeln!
Insgesamt sind dieses Jahr über 500 Seemeilen zusammen gekommen und wer weiß, vielleicht finde ich mich ja schon bald auf einem neuseeländischen Segelschiff wieder… 

Laura

Freitag, 10. Januar 2014

Die letzte Seeluft...


Sommerreise auf der Thor Heyerdahl - Teil 3 (10.07. - 12.07.2013)



Ja man staune nicht schlecht, aber Laura macht sich im neuen Jahre noch an den letzten Teil ihrer Sommerreise von 2013. Es ist schon ziemlich beängstigend, wie viel man doch vergisst, wenn man nicht alles gleich niederschreibt, aber ich gebe mein Bestes, euch noch einen kleinen Eindruck vom Abschluss der Reise zu geben. In den letzten zwei Tagen haben wir noch einmal ordentlich Seeluft abbekommen. Schließlich mussten wir vom traumhaften Schweden wieder den ganzen Weg zurück, in das naturräumlich gesehen langweilige Deutschland. Bei meiner Wache am Tag haben wir so den letzten Blick auf die Schären bekommen. Als wir uns wieder auf dem offenem Meer befanden, hat man den Seegang schon ordentlich zu spüren bekommen. Nachdem ich halbwegs ausgeschlafen um 00:00 Uhr erneut zur Wache gekommen bin, hat es schon ziemlich ordentlich geschaukelt. Ich erinnere mich noch gut an die Arbeit an einem Segel am vorderen Teil des Schiffes und schwups wurde ich dort von einer Monsterwelle regelrecht angegriffen, aber der darauf folgende salzige Geschmack auf den Lippen hat dennoch was besonderes. Langsam aber sicher werde ich jedoch auch zum Fan von solchem Wetter und den Wellen! Dieses mulmige, flaue Gefühl im Magen vermittelt einem das echte „Seefahrerwetter“ und wenn man da nicht unbedingt die Fische füttert und noch einigermaßen schafft alle Aufgaben innerhalb der Wache zu bewältigen, ist man schon ziemlich stolz, wenn man um 04:00 Uhr morgens wieder in die Koje fallen kann und in den Schlaf geschaukelt wird.
Zum Glück konnten wir am nächsten Morgen bis kurz vor zehn schlafen und noch ein unglaublich leckeres Frühstück abfangen, da Seemannssonntag war! Zur Mittagszeit haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp vor der Insel Anholt eingelegt, um Reparaturen zu tätigen, danach ging es aber schon gleich weiter. Nach dem Mittag hatte ich dann auch zum letzten Mal Backschaft für diese Reise, die jedoch auch nicht lange war, da das Kochteam für das bevorstehende Captain‘s Dinner den Kochlöffel schwingen wollte. Dafür ankerten wir vor Lyø, nachdem wir den kleinen Belt erneut durchfahren sind und noch den einen oder anderen Schweinswal sichten konnten. Auch hier hatten wir noch kurz Zeit das dänische Fleckchen zu erkunden, aber mir reichte der Blick auf das Land.

Die Thor vor Lyø! (Photo: Jörn)
Das Captain‘s Dinner wird sicherlich auch unvergesslich bleiben. Es gab nicht wie sonst ein überragendes 3-Gänge-Menü, sondern der Abend stand unter dem Motto „Kartoffelpuffer“, da unser Maschinist diese besonders gern hatte. Wie man erahnen kann, gab es selbst gemachte Kartoffelpuffer und diese bis zum umfallen mit ganz viel Apfelmus! :) Darüber hinaus gab es noch ein lustiges Unterhaltungsprogramm mit allerlei amüsanten Beiträgen bis in den späten Abend hinein. Sodass wir gegen 01:00 Uhr noch den Anker gehievt haben und wir dem deutschen Festland so immer näher kamen. Unsere Reise neigte sich dem Ende und am Vormittag des Folgetages haben wir dann auch schon in Kiel festgemacht... Es folgte das große Verabschieden und eh ich mich versah, saß ich schon wieder im Zug Richtung Heimat mit vielen schönen Erinnerungen im Hinterkopf. 


Laura



Reiseroute: Kiel - Göteborg - Klåverön - Härmanö - Marstrand - Anholt - Lyø - Kiel

Freitag, 2. August 2013

Von Seehunden und Schweden, wie aus dem Bilderbuch!


Sommerreise auf der Thor Heyerdahl - Teil 2 (07.07. - 09.07.2013)


Nach dem Auslaufen aus Göteborg am nächsten Morgen, konnten wir erstmals die schwedische Schönheit der Schären erkennen! Wir haben uns den ganzen Tag durch die Schären geschlengelt und sind am Nachmittag in einer traumhaften Bucht, umringt von Steinen, vor Anker gegangen.
Mit den Dinghis (Beibooten) konnten wir an Land paddeln, die Schären erkunden (mit freilaufenden Kühen), baden gehen und einfach nur die Natur Schweden‘s genießen. Das Wetter dafür war perfekt! Am Abend haben wir den selbstkonstruierten Grill angeschmissen und die Sonne hinter den Schären verschwinden sehen. Ein richtig kitschiger Sonnenuntergang. So richtig dunkel wurde es übrigens nie, da wir doch schon recht nördlich waren. Wie an vielen Abenden auf der Thor wird natürlich noch Wizard gezockt. 
Inzwischen war die Hälfte der Reise schon rum. So schnell wie die Zeit auf der Thor vorbei  geht, kann man gar nicht gucken. Aus anfangs “fremden“ Leuten, werden Freunde, der Bordalltag spielt sich immer mehr ein und Motivation, sowie der Spaß hören einfach nicht auf!

Auf der weiteren Planung stand, bei einer anderen netten Stadt vorbeizuschauen. Neues Ziel war Marstrand. Ein beschauliches Städtchen auf zwei Schäreninsel verteilt, auch als Seglermetropole bekannt. Zudem sollte ein kleines Stückchen außerhalb der Schären eine leichte Windbrise wehen, die uns möglicherweise ein paar Segelstunden bescheren könnte! Am Vormittag hatte ich noch Backschaft. Also ging der Tag für mich auch schon um 06:00 Uhr los und da Seemannssontag war, hieß es ein besonders leckeres Frühstück bzw. Mittag für die hungrige Meute zu zaubern. Das Frühstück war schnell gemacht. Obligatorischer Obstsalat, endlich wieder Nutella und als „Extra“ gekochte Eier in drei Härtestufen (obwohl ich glaube es waren ein paar mehr, aber wen kümmert das). Nachdem alle zufrieden waren musste abgeräumt, abgewaschen und das Mittag vorbereitet werden. Ein Braten sollte bei allen den Hunger stillen. Jedoch hat man uns nicht gesagt, wie viel Wind es überhaupt geben sollte. Schon kurz darauf ging das Geschaukel los und in der Kombüse gab es einen regen Wechsel aus Leuten, die sich in die Küche trauten, ohne gleich wieder über der Reling hängen zu müssen... Der Geruch von Essen und das Schaukeln ist eine ganz fiese Kombination, das muss auch ich zugeben. Ich musste auch öfter mal frische Luft schnappen. Trotzdem wurden alle Segel regelrecht hochgerissen und auch wenn der Effekt nicht allzu groß war, da der Wind nicht aus der perfekten Richtung kam und man wieder die Segel nicht besser hätte richten können, waren wir froh ein wenig richtige Seeluft schnuppern zu können. Dank der vielen Helfer haben wir es geschafft den Braten zu vollenden und ein anscheinend sehr leckeres Essen gekocht zu haben, denn der Nachschlag war sehr gefragt. An dieser Stelle wäre die Backschaft eigentlich zu Ende, aber wenn Johanne, Giulia und Nils Backschaft haben, diese zum Kaffee leckeres Eis machen wollen, muss man einfach mithelfen :) Dazu hatte sich auch der Wellengang wieder beruhigt, wir waren innerhalb des Schärengebiets und Marstrand nicht mehr weit. Es kam mir so vor als wären wir noch dichter an den großen Felsen vorbei gefahren, als sonst. So übernahm der Kapitän höchstpersönlich zeitweise das Steuer, da es wirklich nur ein paar Meter Abstand zum nächsten Felsen war. Etwas größere Schären waren auch bewohnt. Mal mit drei Häusern, mal mit zehn oder auch ein kleines Dörfchen. So ein Leben auf einer Schäre könnte ich mir auch ziemlich gut vorstellen... Weitere Bewohner von Schären sind Seehunde. Diese liegen einfach nur da und sonnen sich. Die sind sooo süß und der Anblick war schon sehr beeindruckend! 
Am Nachmittag gab es dann also Eis. Dafür haben wir heiße Himbeeren und  karamellisiertes Krokant gemacht und es gab zur weiteren Auswahl Streusel, Schokosoße,  Sahne, Nüsse... Die Aktion war echt lustig: an dem einen Bulleye wurde die Bestellung aufgenommen, heißt Schokieis oder Erdbeereis oder einfach beides und welche sogenannten „Toppings“ man wollte (sie hangen extra draußen noch einmal für jeden dran) und am anderen Bulleye war dann die Ausgabe. In der Kombüse hatten wir schon unseren Spaß! Ich glaube es gab keinen, dem das nicht geschmeckt hat! 

Zurück zum Reiseverlauf. Der Yachthafen in Marstrand ist riesig, aber für unsere 50m lange Thor ist da kein Platz. Aus diesem Grund haben wir vorerst geankert und das Dinghi ist nach Marstrand gefahren und hat die Lage ausgescheckt, ob es einen freien Anlieger für uns gibt. Wir hatten in der Zwischenzeit die Möglichkeit, erneut eine Schäre zu erkunden. Unser Plan ging nicht auf und in Marstrand war vorerst kein Platz für uns. Aber am nächsten Tag konnten wir gegen Nachmittag einlaufen. So haben wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen und auch die Ankerwache von 00:02 bis 00:04 Uhr ging recht schnell vorüber. Am nächsten Tag haben wir uns wieder den Weg durch die immer noch sehr beeindruckende Schärenwelt gebahnt. An diesem Tag hatte ich in der Wache zum ersten Mal die Maschinenrunde allein gemacht! Darauf war ich sehr stolz. Ich war nun schon so oft auf der Thor, aber das bin ich bisher immer gekonnt umgangen. In der Maschine ist es sehr warm, sehr laut und es riecht nach Öl. Dazu soll man noch an den sich bewegenden Teilen arbeiten... gar nicht mein Ding! In unserer Wachzeit sind wir dann  später auch noch in Marstrand eingelaufen. Der erste Eindruck war, wie Schweden aus dem Bilderbuch. Viele bunte Holzhäuser, weiter oben gelegen eine Burg und davor ein imposanter Yachthafen. Wir haben auf der gegenüberliegenden Seite des Yachthafens, also auf der anderen Schäreninsel von Marstrand angelegt. Da war genau Platz für zwei größere Schiffe. Das andere Schiff war eine Riesen-Motor-Yacht. Prolliger ging es gar nicht. Giulia und ich wurden jedenfalls schon vorher mit dem Dinghi an Land abgesetzt, um die Leinen anzunehmen. Beim Anlegen hat der Eigner der Yacht auch mal über sein Boot geschaut, dass es auch ja keine Schramme abbekommt. :D Nachdem aber erstmal alles gut geklappt hat, gab‘s Pudding zum Kaffee mit leckerem Obst (und natürlich Äpfel aus Neuseeland). In der Zwischenzeit kam so ein Hafenmann von Marstrand vorbei, der uns sagte, dass der Anliegeplatz noch heute gebraucht werden würde und wir da nicht hätten bleiben können. So hieß es kurz nach dem Essen, wieder ablegen. Schönes Ding. Und das hätte den auch nicht früher einfallen können. Erst gegen sechs Uhr haben wir dann kurz vor Marstrand den Anker fallen lassen und über einen stündlichen Dinghi-Shuttle konnten wir an Land gehen. Und das taten wir auch. Wir sind ein wenig durch den Stadtteil geschlendert, haben uns in den kleinen Läden umgeschaut und natürlich Süßigkeiten gekauft. Als langsam die Sonne unterging sind wir zurück auf die Thor, da wir noch Abendbrot mitessen wollten und wir die andere Hälfte der Insel mit Felsen und Badebuchten auch noch am nächsten Tag bestaunen konnten. Auf der Thor waren nicht viele, deswegen war es ein sehr ruhiges und wirklich sehr leckeres Abendessen an Deck mit wunderschönen Sonnenuntergang! Ich fand es gar nicht so schlecht, dass wir ankerten, denn so hatte man einen perfekten Blick auf die gesamte Insel. Am Abend haben wir in kleiner Runde dagesessen und uns unterhalten.
Gut ausgeschlafen sind wir am nächsten Tag, immer noch mit Sonnenschein, auf ein neues, rüber an Land gefahren. Ein leckeres Eis nach dem Frühstück....was gibt es besseres. Vollkommen gestärkt sind wir dann ein wenig am Wasser entlanggegangen und sind über die großen Felsen balanciert. Es war echt total warm und ich hab mich geärgert, dass ich meine Badesachen nicht mit hatte, denn in den kleinen Buchten haben immer wieder mal welche gebadet. Aber der Blick von höheren Felsen über das Wasser war echt wie im Film! Da uns die Zeit ein wenig drängte sind wir auf der Hälfte des Weges quer über die Insel zurück gegangen. Dabei haben wir noch die Burg von außen gesichtet und noch einen weiteren Blick von oben über die bunten Häuser von Marstrand bekommen. Nach einem letzten Einkauf der lebenswichtigen Lebensmitteln (Schoki!) ging es per Dinghi wieder zurück. Schon nach dem Mittag sollte es weitergehen. Unser nächstes Ziel war schon wieder Kiel. 

Laura



Letzter Blick auf Göteborg beim Auslaufen... 
Die Thor in der traumhaften Bucht!

Mit meinem rechten Schuh bin ich in etwas sumpfigen stecken geblieben :D 

Wir Segeln!!!

Vielleicht nicht unbedingt zu sehen, aber auf den Steinen liegen Robben! (auch nicht unbedingt zu sehen, aber ich steh am Ruder) (Foto: Caro)

Hier noch einmal richtig. Unglaublich süß!  (Foto: Sven)

Marstrand beim Einlaufen.

Die Thor dann doch vor Anker!

Der Sonnenuntergang war noch 100x schöner in Echt!

Ein Eis am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen :) 

Bei unserem Rundgang um die Insel.

Wie im Märchen...

Die Burg!

Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr hinten im Wasser die Thor (mit den drei Masten ;D)! 



Sonntag, 28. Juli 2013

„Nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen den Kurs“


Sommerreise auf der Thor Heyerdahl - Teil 1 (01.07. - 06.07.2013)


Ob dieser Spruch wirklich der Wahrheit entspricht?! Wie man‘s nimmt würde ich an dieser Stelle einfach mal so sagen. Für mich ging es jedenfalls in diesem Jahr wieder auf die Thor Heyerdahl zum Segeln. Zwar nicht drei Wochen, wie in den letzten zwei Jahren, aber immerhin zwei, mit genauso viel Spaß, vielen neuen tollen Leuten und letztendlich doch noch in ein Land, welches ich noch nicht kannte. 
Geplant war es also, von Kiel aus, hoch in den Norden nach Larvik zu Segeln und wieder zurück. Larvik ist ein hübsches kleines norwegisches Städtchen mit wenig Tourismus und ein weiterer Besuch, nach nun schon drei, kann ja auch nicht schaden. Der Wind hatte dabei aber eher eine andere Planung... 
So segelten wir erst einmal los. Ja man höre wir sind zu diesem Zeitpunkt wirklich noch gesegelt, vielleicht nicht unbedingt schnell, aber langsam segeln geht ja auch. Wir sind die ersten drei Tage durch die Ostsee in den Norden geschippert, haben uns durch den kleinen Belt geschlängelt und sind im Kattegat angekommen. Dabei konnten wir sogar ein paar kleine Schweinswale sichten! Die schwachen, umlaufenden Winde hielten dennoch dauerhaft an... Immerhin meinte es die Sonne auch so gut mit uns und bescherte uns viel Zeit zum sonnen und entspannen an Deck. Um voran zu kommen braucht man aber trotzdem Wind, denn ohne Wind können uns auch die schönsten und größten Segel nicht in Richtung Norden bringen. Vielleicht versteht ihr jetzt was ich meine. Segel bestimmen nicht immer den Kurs und so musste Olga (die Maschine) ein paar Mal nachhelfen. Die Wettervorhersage versprach keine Besserung. Und so hätten wir die Segel noch so gut ausrichten können, wir wären nicht rechtzeitig in Larvik angekommen. Norwegen konnten wir somit vergessen. So blieb uns Schweden zur Auswahl. Wir entschieden vorerst einen Stopp in Göteborg einzulegen. Zu meiner Freude, da ich mir Schweden in den letzten zwei Jahren ja immer nur von der Küste aus anschauen konnte. Wenn ich hier von ‘Wir‘ spreche, meine ich natürlich die gesamte Besetzung, welche auf diesem Törn vom Alter her total gemischt war. Von 1 bis geschätzten 60 Jahren (vielleicht auch noch älter, aber da bin ich mir nicht so sicher ;D) war alles dabei und wir waren insgesamt 41 Leute an Bord, die sich allesamt nicht besser verstehen hätte können! 

Denkt man an Schweden denkt man an Elche, Pippi Langstrumpf und Steine. Ich zumindest. Mit Steine meine ich die berühmten schwedischen Schären. Und genau die liegen an der Westküste vor Schweden und so auch vor Göteborg. Also kam da bei mir doppelte Vorfreude auf, denn die wollte ich schon immer mal sehen! Das ich da direkt durchfahre würde, war immer nur ein Traum. Da wir uns erst gegen Abend Göteborg näherten und ich Wache 1 war, war es ziemlich dunkel und von den Schären nur was auf dem Radargerät zu erkennen. Ich würde es mit vielen kleinen und großen Klecksen beschreiben, die wir lieber nicht hätten anfahren sollen, denn schon ein kleiner Stein hätte die gleiche Wirkung, wie ein großer Eisberg... Die einst berüchtigte schwedische Schärenlandschaft, mussten wir uns so vorerst nur denken.

Nochmal kurz zur Erklärung: Da wir oftmals ununterbrochen fahren, muss auch zu jeder Zeit das Schiff gesteuert werden. Dafür gibt es ein Wachsystem. Auf diesem Törn hatten wir das 3-Wach-System. Heißt es gibt drei Wachen. Ich war Wache 1 und Wache 1 hat Wache von 12 - 16 Uhr am Tag und 00 - 04 Uhr in der Nacht. Das ist nicht unbedingt die beste Wachzeit, aber man gewöhnt sich dran und es gibt auch Vorteile, wie z.B. bis 10 Uhr ausschlafen, wenn man will und den Sternenhimmel und die Ruhe in der Nacht genießen können...und wer kann schon sagen das er einfach mal so vier Stunden in der Nacht wach ist und ein Schiff steuert. Wache zu gehen heißt übrigens nicht nur das Schiff zu steuern, sondern auch Ausguck zu gehen, Sicherheitsronden zu gehen, Wetter zu bestimmen, die Position in die Karte einzutragen und und und... Und mit den richtigen Leuten in einer Wache macht das auch noch eine Menge Spaß! :) 

Da wir ungefähr um 00:02 Uhr kurz vor Göteborg waren und man in der Nacht schlecht in einen Hafen einläuft, hieß es erst einmal ankern. Auch wenn beim Ankern nichts großartiges passiert, müssen auch hier immer mindestens zwei Personen sicherstellen, dass es der Thor quasi gut geht und wir auch da bleiben, wo wir den Anker haben fallen lassen. In dieser Nacht hatte mich das Los getroffen und während die anderen alle schliefen, haben die liebe Johanne und ich Göteborgs hell beleuchteten Skyline genossen und uns über den Sinn des Lebens unterhalten. Ab und zu kam ein großer Frachter recht nah an uns vorbei und wir haben uns gewünscht, dass dieser uns Schokolade vorbeibringt. Man sollte wissen, dass Süßigkeiten auf der Thor ein seltenes Gut sind und Vorräte schon nach vier Tagen schnell knapp werden und man nicht einfach schnell neue kaufen kann. Aber die Vorstellung blieb auch nur ein Wunsch... ;) Um 00:04 Uhr durften wir dann aber auch in die Koje. Ohne Schoki. Viel Zeit zum Schlafen blieb uns aber nicht, da wir relativ früh am nächsten Morgen in Göteborg anlegen wollten. Am nächsten Vormittag konnte ich dann zum ersten Mal schwedischen Boden unter den Füßen genießen. Laut Planung wollten wir am Abend wieder ablegen, da so ein Liegeplatz relativ teuer ist. Wir hatten also den ganzen Tag Zeit Göteborg zu erkunden. Unsere Gruppe, sprich Johanne, Giulia, Tobi und ich, hatten das Ziel, irgendwo in der Stadt echtes schwedisches Köttbullar zu essen! Das ganze ohne einen Stadtplan, vorerst ohne schwedische Kronen, nur mit einer riesigen Portion Motivation, Köttbular zu essen. Eigentlich gar nicht so schwer denkt man sich. Aber denken kann man viel. Denn nach gefühlten drei Stunden, 20 gefragten Leuten (alle aber sehr freundlich!) und dem Gefühl zwei Mal die Stadt komplett durchquert zu haben, war der Hunger zu groß und wir haben die Suche aufgegeben. Komisches Schweden muss ich an dieser Stelle mal sagen. Aber trotzdem sehr schön! Eigentlich wollt ich es gar nicht erwähnen, aber unser Ausweg war allen Ernstes Döner mit Pommes... immerhin waren wir danach satt. Trotzdem erwies sich Göteborg als eine wirklich schöne Stadt mit einem besonderen Charme, vielen kleinen Läden (durch die wir Tobi alle geschleppt haben ;D) komischen Fahrstühlen und interessanten Straßenbands. Ein RIESENeis (es war wirklich riesig!) rundete den Stadtgang ab und wir kamen am Nachmittag mit schmerzenden Füßen wieder auf der Thor an. Da die Sonne weiterhin schien haben wir es uns auf dem Deckshaus oder mittlerweile auch Sonnendeck gennant, gemütlich gemacht und urplötzlich spürte man einen leichten Windzug (der auch immer stärker wurde) im Hafen. Den, den wir die letzten Tage gebraucht hätten... Man könnte nun denken, der wäre perfekt zum weiter segeln, aber nichts da. Gegen den Wind segeln geht auch schlecht und so aus den Hafen und durch die Schären fahren ist noch schlechter. So blieben wir ungewollt bis zum nächsten Morgen im Hafen, wo von Wind natürlich keine Spur mehr war. Trotzdem sollte die Reise weitergehen. 

Laura

Die schwedische Gastlandflagge ist gehisst!

Die Thor in Göteborg.

 Ein Brunnen, in dem man anscheinend Seife geschüttet hat
und ziemlich viel Schaum daraus entstanden ist :D 
Das RIESENeis!!!

Es war eindeutig zu groß und so hab ich der Giulia einen Traum erfüllt.
      Sie wollte schon immer mal ein Eis auf der Erde zerdrücken und matschen...