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Montag, 8. Dezember 2014

Kiwibäume beim Friseur

Te Puke/ Pongakawa – Teil 11


29.11. – 07.12.2014 – Tag 81-90


Letztes Wochenende gab es ein Haustag sowie ein Sonntagsausflug. Nach einem schönen Adventsfrühstück führte uns der Sonntagsausflug zuerst zum Mount Maunganui, um ein paar Shoppingeinkäufe zu erledigen und anschließend nach Matamata. Wir genießen es sehr ein Auto zu haben. Einfach hinfahren, anhalten und aussteigen, wo man will. Auf dem Weg haben wir wieder die typisch neuseeländischen grasgrüne Hügellandschaft zu Gesicht bekommen und zum ersten Mal mit ganz vielen Schafen J In Matamata angekommen hat Franzi ihre Tour durch Hobbiton gemacht und Bella und ich wollten zu den Wairere-Falls, dem höchsten Wasserfall der Nordinsel (153m). Die Frau in der Touri-Info war der Meinung wir würden ohne Auto dort nicht hinkommen, da diese 14 km aus der Stadt heraus lagen. Davon haben wir uns aber nicht einschüchtern lassen und sind einfach mal losgelaufen und haben uns an die richtige Straße gestellt und schon hielte das erste Auto, was uns doch tatsächlich den gesamten Weg bis zu den Wasserfällen mitgenommen hat, obwohl sie dort gar nicht hinwollten. Der Weg zu den Wasserfällen glich einem Zauberwald und ging größtenteils aufwärts. Wir waren echt platt als wir oben ankamen, aber der Ausblick hat sich gelohnt! Selbst den Rückweg konnten wir per Anhalter meistern und so verging ein weiterer Sonntagsausflug wie im Flug.

Die Touristeninformation in Matamata ganz Hobbiton-like
Auch Gollum hat sich für den ersten Advent schick gemacht!
Blick übers Land
Die Wairere Falls

Am Montag konnte ich tatsächlich schon das erste Türchen vom Adventskalender öffnen! So startete also der Tag an dem ich zu dem Beschluss kam keine Hausfrau zu werden. Da der neue Job erst am Mittwoch beginnen sollte (ja dass Blüten pflücken hat tatsächlich ein Ende gefunden!) stand ein Großputz im Hause an, dann habe ich Wäsche gewaschen und natürlich aufgehängt, wie sich das so gehört, anschließend Essen gekocht, unser Zimmer aufgeräumt, Brot gebacken und mein ganzen Kram mal wieder auf Vordermann gebracht. Fazit: ich möchte keine Hausfrau werden! Also wurde der Dienstag anders genutzt und ich bin mit drei anderen (natürlich Deutsche, was auch sonst) nach Rotorua zu einer See-Sightseeing-Tour aufgebrochen. Rotorua selbst hatten wir ja schon besichtigt, aber die Seen drum herum sind genauso beeindruckend! Wir haben uns erneut die Okere Falls angeschaut, die wir beim letzten Mal nur so im halbdunklen betrachten konnten und es war noch einmal eine schöne Wanderung!



Von Mittwoch bis Samstag hieß es endlich mal wieder richtig ackern! Die Kiwi-Früchte sind mittlerweile von den männlichen Bäumen bestäubt worden und so ist es an der Zeit diese zu beschneiden, fast ratze kahl bis auf ein paar Blätter, die dann nächstes Jahr wieder nachwachsen können. Dieser Job ist schon wesentlich anstrengender als die vorherigen, aber immerhin ein bisschen fordernd für das Gehirn. Von Baum zu Baum muss man überlegen, was und wie man am besten mit dem Seitenschneider an die Sache rangeht und wie man das Ast-Chaos bewältigt. Es ist oft gar nicht so einfach, vor allem wenn man das Ganze in einem gewissen Tempo ausführen soll und deswegen bin ich nach acht Stunden wirklich mehr als platt! Der Muskelkater machte das Ganze nicht wirklich angenehmer. Da die Temperaturen mittlerweile immer weiter ansteigen, hat uns unser Supervisor zu einer kleinen Abkühlung in der Pause seinen Pool überlassen. Hier kommt wieder die Gelassenheit der Neuseeländer zum Ausdruck! Nach vier Tagen Arbeit war ich wirklich froh über einen freien Sonntag, der mit Pancakes zum zweiten Adventsfrühstückt versüßt wurde und einfach zum Sommer-Wetter genießen genutzt wurde und mit einem Barbecue und Strandbesuch im Dunkeln beendet wurde.


Arbeitspause auf neuseeländische Art

Laura

Dienstag, 11. November 2014

Wie auf einem anderen Planeten!

Te Puke/ Pongakawa & Rotorua - Teil 6


01.11.-02.11.2014 – Tag 53-54


Der freie Samstag ist eigentlich nicht großartig erwähnenswert, außer meine erste selbstgekochte Linsensuppe! Diese hat mehr Zeit in Anspruch genommen, wie ich dachte, aber das Endresultat konnte sich echt sehen lassen, denn die Suppe sah aus, als würde sie frisch aus der Dose kommen!

Nun zum interessanteren Teil: unser zweiter Sonntagsausflug nach Rotorua! Mit dem Van haben wir am frühesten Morgen Anthony (Franzose) vom anderen Haus abgeholt und sind ungefähr eine Stunde durch die unterschiedlichste Vegetation nach Wai-O-Tapu gefahren. Dort ist das „Thermal Wonderland“. Die gesamte Region um Rotorua liegt übrigens am Vulkanischen Plateau, weshalb sie eine der höchsten geothermischen Aktivitäten der Welt aufweist. Auch außerhalb der gekennzeichneten Nationalparks sieht man so viele heiße Quellen, wo es dann auf einmal aus der Erde dampft. Das Gebiet Wai-O-Tapu entstand vor über 160.000 Jahren und ist übersät mit kollabierten Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Löchern in der Erde. Besonders sind die unterschiedlichen Färbungen der einzelnen Seen durch verschiedene Mineralien mit den knalligsten Farben, die bis zu 100°C heiß werden! Wir haben uns zu Beginn den Ausbruch des „Lady Knox Geysirs“ angeschaut, welcher täglich um 10:15 Uhr aufgrund von einer organischen Seife, die dort reingemacht wird, ausbricht. Nicht gerade sehr spektakulär, da es nicht wirklich natürlich war, aber die Chinesen in den hinteren Reihen waren schlicht weg begeistert. Jedoch war der Anblick des Parks hingegen mehr als beeindruckend! Vom „Champagner-Pool“ (mit dem roten Rand) war ich besonders fasziniert. Er dampfte wirklich extrem, sodass man meist von dem Schwefel-Rauch komplett umgeben war und den richtigen Moment für ein Foto abwarten musste. Was die Natur da geschaffen hat ist einfach nur abgedroschen. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass es ja auch ganz fürchterlich nach verfaulten Eiern stinkt, was da so aus der Erde kommt… Dennoch fühlte man sich wie im Wunderland oder auch wie auf einem anderen Planeten!

Der Lady Knox Geysir
Es gab sogar einen grünen Pool!!
"Champagner-Pool"







Dann ging es weiter zu den „Mudpools“, also ein kleiner See gefüllt mit Schlamm, der dazu noch blubberte! Der Anblick war einfach nur lustig. Ein Link zum selber schauen: Mudpools.

Nächster Halt: „Kerosene Creek“. Auf dem ersten Blick ein normaler kleiner Wasserfall, aber zusätzlich noch ein „Hot Pool“, heißt das Wasser darin ist stets warm. Franzi & Anthony haben das ganze gleich mal getestet und er war tatsächlich warm!


In der Stadt Rotorua selbst steigt ab und zu aus Löchern stinkender Dampf auf, wirklich verrückt! An sich gibt es in der Stadt jedoch nichts Besonderes. Wir sind noch ein klein wenig am Lake Rotorua entlang spaziert, welcher wirklich traumhaft ist und ich habe gelernt, dass es in Neuseeland ausschließlich nur schwarze Schwäne gibt und keine weißen! Die sehen echt ulkig aus.





Auf dem Rückweg gab es einen weiteren Stopp bei den „Hamaruna Springs“. Der Weg entlang dem glasklaren Fluss allein hatte etwas Magisches. Dann ging es durch einen kleinen „Redwood forest“ (Bäume, die eigentlich in Kalifornien beherbergt sind und hier in Neuseeland nur in ‚kleiner‘ Ausführung zu finden sind) bis hin zur Quelle, wo das glasklare Wasser einfach aus dem 15 Meter tiefen Loch hoch kommt.



Die Bäume des "Redwood forest"

Es dämmerte schon langsam, aber wir wollten dennoch zu den „Okere Falls“. Als wir dort angelangt sind haben wir nicht mehr allzu viel sehen können. Wir haben noch eine kleine Höhle gefunden und dort war wieder die wunderschön leuchtende Scheiße von Glühwürmchen zu sehen!! Ich habe sie auch eine Weile auf meinem Finger mit mir herumgetragen. Auf dem Weg zurück haben wir dann an den Seiten vom Waldrand super viele kleine leuchtende Punkte gesehen, als würden sie uns den Weg zurückführen. Ein passenderen Abschluss für diesen ereignisreichen Tag hätte es wirklich nicht geben können!


Laura