Dienstag, 11. November 2014

Wie auf einem anderen Planeten!

Te Puke/ Pongakawa & Rotorua - Teil 6


01.11.-02.11.2014 – Tag 53-54


Der freie Samstag ist eigentlich nicht großartig erwähnenswert, außer meine erste selbstgekochte Linsensuppe! Diese hat mehr Zeit in Anspruch genommen, wie ich dachte, aber das Endresultat konnte sich echt sehen lassen, denn die Suppe sah aus, als würde sie frisch aus der Dose kommen!

Nun zum interessanteren Teil: unser zweiter Sonntagsausflug nach Rotorua! Mit dem Van haben wir am frühesten Morgen Anthony (Franzose) vom anderen Haus abgeholt und sind ungefähr eine Stunde durch die unterschiedlichste Vegetation nach Wai-O-Tapu gefahren. Dort ist das „Thermal Wonderland“. Die gesamte Region um Rotorua liegt übrigens am Vulkanischen Plateau, weshalb sie eine der höchsten geothermischen Aktivitäten der Welt aufweist. Auch außerhalb der gekennzeichneten Nationalparks sieht man so viele heiße Quellen, wo es dann auf einmal aus der Erde dampft. Das Gebiet Wai-O-Tapu entstand vor über 160.000 Jahren und ist übersät mit kollabierten Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Löchern in der Erde. Besonders sind die unterschiedlichen Färbungen der einzelnen Seen durch verschiedene Mineralien mit den knalligsten Farben, die bis zu 100°C heiß werden! Wir haben uns zu Beginn den Ausbruch des „Lady Knox Geysirs“ angeschaut, welcher täglich um 10:15 Uhr aufgrund von einer organischen Seife, die dort reingemacht wird, ausbricht. Nicht gerade sehr spektakulär, da es nicht wirklich natürlich war, aber die Chinesen in den hinteren Reihen waren schlicht weg begeistert. Jedoch war der Anblick des Parks hingegen mehr als beeindruckend! Vom „Champagner-Pool“ (mit dem roten Rand) war ich besonders fasziniert. Er dampfte wirklich extrem, sodass man meist von dem Schwefel-Rauch komplett umgeben war und den richtigen Moment für ein Foto abwarten musste. Was die Natur da geschaffen hat ist einfach nur abgedroschen. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass es ja auch ganz fürchterlich nach verfaulten Eiern stinkt, was da so aus der Erde kommt… Dennoch fühlte man sich wie im Wunderland oder auch wie auf einem anderen Planeten!

Der Lady Knox Geysir
Es gab sogar einen grünen Pool!!
"Champagner-Pool"







Dann ging es weiter zu den „Mudpools“, also ein kleiner See gefüllt mit Schlamm, der dazu noch blubberte! Der Anblick war einfach nur lustig. Ein Link zum selber schauen: Mudpools.

Nächster Halt: „Kerosene Creek“. Auf dem ersten Blick ein normaler kleiner Wasserfall, aber zusätzlich noch ein „Hot Pool“, heißt das Wasser darin ist stets warm. Franzi & Anthony haben das ganze gleich mal getestet und er war tatsächlich warm!


In der Stadt Rotorua selbst steigt ab und zu aus Löchern stinkender Dampf auf, wirklich verrückt! An sich gibt es in der Stadt jedoch nichts Besonderes. Wir sind noch ein klein wenig am Lake Rotorua entlang spaziert, welcher wirklich traumhaft ist und ich habe gelernt, dass es in Neuseeland ausschließlich nur schwarze Schwäne gibt und keine weißen! Die sehen echt ulkig aus.





Auf dem Rückweg gab es einen weiteren Stopp bei den „Hamaruna Springs“. Der Weg entlang dem glasklaren Fluss allein hatte etwas Magisches. Dann ging es durch einen kleinen „Redwood forest“ (Bäume, die eigentlich in Kalifornien beherbergt sind und hier in Neuseeland nur in ‚kleiner‘ Ausführung zu finden sind) bis hin zur Quelle, wo das glasklare Wasser einfach aus dem 15 Meter tiefen Loch hoch kommt.



Die Bäume des "Redwood forest"

Es dämmerte schon langsam, aber wir wollten dennoch zu den „Okere Falls“. Als wir dort angelangt sind haben wir nicht mehr allzu viel sehen können. Wir haben noch eine kleine Höhle gefunden und dort war wieder die wunderschön leuchtende Scheiße von Glühwürmchen zu sehen!! Ich habe sie auch eine Weile auf meinem Finger mit mir herumgetragen. Auf dem Weg zurück haben wir dann an den Seiten vom Waldrand super viele kleine leuchtende Punkte gesehen, als würden sie uns den Weg zurückführen. Ein passenderen Abschluss für diesen ereignisreichen Tag hätte es wirklich nicht geben können!


Laura

Samstag, 8. November 2014

Ein verspätetes "Happy Halloweeen"!

Te Puke/ Pongakawa - Teil 5


27.10.-31.10.2014 – Tag 48-52


Da sind wir schon so arbeitswütig und wollen Geld verdienen, da kommt doch tatsächlich ein Feiertag daher. Viel Sinnvolles kam an diesem Tag dann auch nicht heraus, da selbst das schöne Wetter sich einen freien Tag machte. Also haben wir uns alle auf die Couch gefletzt und einen urigen Film namens „Beetlejuice“ geschaut, der ziemlich abgedroschen war. Die anderen vier Tage haben wir zwar gearbeitet, jedoch hat das Wetter uns oft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Meist konnten wir erst am Nachmittag anfangen oder mussten aufgrund von Regen früher aufhören. Nach den ganzen Tagen mit „Tipping“ wird man auch langsam echt wahnsinnig. Wir können zwar Musik hören, aber meinen iPod kenne ich mittlerweile schon auswendig und dazu kommt, dass man so viel Zeit zum Nachdenken hat, dass man auf die absurdesten Gedanken kommt. Man überdenkt quasi sein ganzes Leben nochmal. 


Am Freitag dem 31.10. hieß es am Abend nach der Arbeit: „Happy Halloweeeen“! Wir hatten zwar keine total abgefahrenen Kostüme, aber haben trotzdem das Beste daraus gemacht. Selbst die Deko war improvisiert einfach genial geworden: aufgehängte Plastiktüten als Gespenster und gruselige Grimassen nicht aus Kürbissen geschnitzt, sondern aus Orangenschalen. Es gab mal wieder unheimlich viel zu Essen wie Kürbisbrot, Pizza, Gemüseauflauf, Erdbeerkuchen… Wir hatten bis in die Nacht herein einen wirklich lustigen und unterhaltsamen Abend gehabt, den ich nicht so schnell vergessen werde!



Mittwoch, 5. November 2014

Sonntagsausflug zum Mount Maunganui!

Te Puke/ Pongakawa - Teil 4


26.10.2014 – Tag 47

 
Der Mount Maunganui

Da der Sonntag frei ist, haben wir ihn dafür genutzt zum Mount Maunagnui zu fahren! Das ist ein Vorort von Tauranga und beherbergt einen gleichnamigen erloschenen Vulkan, der 232m hoch ist. Und genau da sind wir auch rauf. Der Weg war steil und die Wolken hingen, wie immer beim Wandern, tief. Oben angekommen hatte man jedoch einen traumhaften Blick aufs Meer und die Stadt sowie den wunderschönen Strand. Während unserer Apfelpause sind auch tatsächlich die Wolken im Null Komma Nichts weggezogen und alles wurde noch viel beeindruckender! Wieder unten am Berg angekommen haben wir noch die einstündige Wanderung um den Berg herum gemacht und sind anschließend noch ein wenig durch die Stadt geschlendert, welche auf einer Sandbank liegt und teilweise nur einige hundert Meter breit ist. 





Laura

Die Jagd nach Spargelköpfchen in den Kiwipflanzen!

Te Puke/ Pongakawa - Teil 3


22.10.-25.10.2014 – Tag 43-46


Es kam der Tag an dem doch tatsächlich unsere Arbeit losgehen sollte! Wir waren pünktlich am frühen Morgen auf dem Orchard (= Kiwiplantage), wurden aber kurz darauf wieder nach Hause geschickt, da noch alles zu nass vom Regen war. Es ist nicht erlaubt, bei Regen zu arbeiten oder wenn die Pflanzen noch zu nass sind, da durch dem Regen ein bestimmter Virus verbreitet werden kann.
So konnten wir erst am Nachmittag beginnen, aber immerhin! Unsere Aufgabe: Knospen zusammenquetschen. Mag vielleicht ein wenig absurd klingen, aber mal etwas genauer formuliert zerdrücken wir die Knospen, damit der natürliche Wachstum gestoppt wird und die Früchte am Ende genügend Platz haben sich zu entfalten und so alles übersichtlich bleibt. Also eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe :D Am Anfang sieht man einfach nur Blätter überall, aber wenn man langsam ein Gefühl dafür entwickelt die Knospen zu finden, die aussehen wie kleine Spargelköpfchen, wird man nach und nach zur wahren Aufspürnase der Knospen. Die Kiwipflanze befindet sich übrigens wie ein Teppich über einen und so hat das zur Folge, dass nach den paar Stunden die Arme und der Rücken einfach nur tot sind und man an einer Genickstarre erleidet. Den anderen ging es genauso, da man die ganze Zeit hoch schaut und dazu die Arme oben hat, aber immerhin bekommen wir Geld dafür, können draußen arbeiten, ist minimal in Bewegung und man kommt nicht ins Schwitzen!

Franzi demonstriert euch die Arbeitsstellung
Unser Arbeitsplatz für den Tag

Am kommenden Tag konnten wir wieder erst am Nachmittag beginnen, aber eine langsame Steigerung ist vielleicht ganz gut. Dennoch sind wir danach immer echt knülle, aber wir motivieren uns gegenseitig, indem wir uns daran erinnern, das wir bald in Samoa am Strand liegen werden! Wir verstehen jetzt auch warum es hier im Haus spätestens um 10 Uhr alles dunkel und ruhig ist. Nach unserem ersten vollen Arbeitstag waren wir gegen neun Uhr im Bett… 

Laura

Dienstag, 4. November 2014

Einfach mal Nichtstun und vom Nichtsun ausruhen...

Te Puke/ Pongakawa - Teil 2


15.10.-21.10. – Tag 36-42


Wir haben erst einmal so richtig schön ausgeschlafen! Frühestens am Montag sollte unser Job beginnen. Also was macht man den ganzen Tag lang in einem Kaff? Am ersten Tag gab es eine Menge Papierkram zu erledigen, Mails schreiben, Wäsche waschen, spazieren gehen, Musik hören, ein wenig lesen (natürlich auf Englisch) oder auch einfach nur mal Nichts tun. Wir haben uns erneut an das Brot gewagt. Alle guten Dinge sind ja nun mal bekanntlich drei. Insgesamt haben wir es 3x in der Sonne gehen lassen und am Ende war es ein wahres Prachtexemplar! Wir haben uns darüber gefreut wie kleine Kinder. Am Abend gab es noch zusammen mit den anderen ein nettes Barbecue (= grillen) und somit endlich mal wieder Fleisch!

Zur linken das perfekte Brot und rechts unser von zuvor :D
Am nächsten Tag hat uns Leonie mit in die nächst größere Stadt Papamoa zum Einkaufen genommen. Es gab neue Socken (es ist wirklich ein Rätsel: entweder sie gehen kaputt oder die Waschmaschine frisst sie), eine neue Hose, denn meine beiden sind urplötzlich kaputt gegangen und zu guter Letzt noch Gummistiefel, da wir hier auch das Kühe melken lernen können und man diese dafür wirklich braucht. Also sind wir am Nachmittag mit Mike zum Melken gefahren. Zuerst müssen die Kühe von der Weide geholt werden, denn diese stehen nicht wie in Deutschland im Stall, sondern dürfen den ganzen Tag fröhlich auf der Wiese grasen. Nach einer Stunde kamen dann die 180 Kühe in aller Ruhe den Berg heruntergetrabt und haben nach und nach den Weg in die Molkanlage gefunden. Das Melken an sich ist nicht so schwer, man muss die Molkteile (ich weiß nicht wie man diese professioneller bezeichnet) an den Zitzen der Kühe anbringen und dabei aufpassen, dass man nicht getreten wird oder schlimmsten falls angepisst/angeschissen wird. Mir ist das zum Glück nur fast passiert, aber am Ende war man dennoch ziemlich voll mit Kuhscheiße. Auch nach der Dusche war der Geruch noch deutlich vorhanden! Für diesen Job werden wir erst bezahlt, wenn wir alle weiteren Aufgaben, die Maik währenddessen gemacht hat, auch machen können….das dauert wohl noch ein bisschen.

In der Melkanlage
Ein weiteres Ereignis in der spannenden Woche des „Nichts tun“ war Fabis Geburtstag. Wir haben am Vormittag ein wenig Kubb gespielt und abends hatten wir ein nettes Barbecue zusammen mit den Arbeitern vom anderen Haus (Linda, Niederlande; Francesco, Chile; Vojta, Tschechien; Arno & Anthony, Frankreich). Wir haben so viel gegessen, dass wir ins Bett gerollt sind :D

Ansonsten waren wir noch einmal mit Melken, haben unser erstes Geld mit Unkraut jäten im Garten verdient, weil Leonie nicht mehr ansehen konnte, wie gelangweilt wir manchmal rumlagen… die anderen Tage durften wir noch das Haus putzen und dann die Fenster. Wir haben uns immerhin nicht mehr so nutzlos gefühlt. An einem anderen Abend sind wir zusammen mit den anderen noch an den Strand gefahren, der nur 10 Minuten mit dem Auto entfernt ist. Die hohen Wellen wurden mit den letzten Sonnenstrahlen von der untergehenden Sonne angestrahlt und es war einfach wunderschön anzusehen! Wir haben ein kleines Feuer gemacht natürlich mit Marshmallows und die beiden Jungs haben den ganzen Abend lang versucht zu angeln (vergeblich). Als es dunkel wurde kamen die Sterne zum Vorschein, man konnte die Milchstraße wirklich gut erkennen und ich habe am sternenklaren Himmel eine Sternschnuppe gesehen!
Am kommenden Tag habe ich mein erstes Brot ganz alleine gebacken und man siehe da: es funktioniert tatsächlich!




Mein Fazit aus dieser super spannenden und ereignisreichen Woche: auch wenn wir in den letzten Tagen nicht wirklich viel gemacht haben, können wir das Ganze einfach als ein entspannten Urlaub ansehen mit ganz viel Ruhe und Pause. Wir sitzen hier zwar mitten in der Pampa, haben keine Läden in greifbarer Nähe (man kann also nicht unnötig Geld ausgeben!), Kühe um uns herum und haben (noch) kein Job, aber wenn man sich Mühe gibt, etwas Gutes daraus zu machen, wird selbst aus einem Tag an dem mal nichts spannendes passiert und man mal nicht umherreist ein interessanter Tag mit neuen Erkenntnissen! 

Laura


Montag, 3. November 2014

Aussicht auf Arbeit

12.10.-14.10.2014  – Tag 33-35


Tauranga

Nach dem schönen Sonnenaufgang in Whitianga ging es weiter Richtung Süden. Mit im Gepäck war noch eine Telefonnummer, die uns Aron, ein Deutscher aus dem Hostel, gegeben hatte. Er hatte eine längere Zeit in Te Puke gearbeitet und dort auch gleichzeitig eine Unterkunft gehabt. Genau das Richtige für uns, dort auch einmal nachzufragen. Aber vorerst ging es nach Tauranga. Wir haben dort zwei Nächte in einem schönen Haus bei Gavin verbracht. Man konnte sich hier wirklich wie zuhause fühlen. Noch am gleichen Tag haben wir bei dieser Firma angerufen und sie hätten tatsächlich noch Platz im Haus für uns drei!Am nächsten Tag haben wir uns aber erstmal auf in die Stadt gemacht um uns selber nach Jobs umzuhören. Wir haben wirklich alle Cafés und Restaurants abgegrast und eine Bewerbung nach der anderen verteilt, nur wurde uns immer gleich gesagt, dass es zurzeit eher aussichtslos sein soll und wir noch bis Dezember warten müssten. Aus diesem Grund haben wir beschlossen gleich am nächsten Tag nach Te Puke zu fahren und das "Jobangebot" da anzunehmen, obwohl wir wirklich gerne länger geblieben wären, da uns die Stadt am Meer und die Unterkunft bei Gavin so gut gefallen hat! Wir haben hier übrigens unser zweites Mal versucht ein Vollkornbrot zu backen…es war zwar im Endeffekt wieder lecker, aber an der Fluffigekeit müssen wir eindeutig noch arbeiten!

Te Puke/Pongakawa – Teil 1


In Te Puke angekommen hat uns Leonie vom Bus abgeholt und wir sind zu ihrem Haus gefahren. Te Puke ist zwar nur eine Kleinstadt, aber das größte Anbaugebiet von Kiwifrüchten der Welt. Also kommen die neuseeländischen Kiwis bei euch in Deutschland mit einer hohen Wahrscheinlichkeit hier aus dem kleinen Lock Te Puke! Das Haus in dem wir wohnen liegt noch ein wenig außerhalb in Pongakawa, quasi mitten in der Pampa. Die Firma, die Leonie und Mike (Gastgeber) zusammen betreiben funktioniert ungefähr so, dass man bei denen für die Unterkunft bezahlt und man geht gleichzeitig mit ihnen einen Arbeitsvertrag ein. Sobald also ein Arbeitsplatz in Aussicht ist werden wir dafür vermittelt. Jedoch gibt es nicht jeden Tag Arbeit und wir sollen deswegen geduldig sein. Hauptsächlich wird es Arbeit auf den Kiwiplantagen sein. Zurück zum Haus: es ist wirklich riesig und sehr gemütlich mit Garten und Kuhweide rundherum. Dazu eine große Küche in der wir mal anständig kochen und backen können, ein schönes Zimmer für uns drei in dem wir all unsere Sachen in einen Schrank packen können, haben ein eigenes Bad und insgesamt ist einfach ausreichend Platz, um sich vielleicht für längere Zeit niederzulassen. Zurzeit wohnen noch drei weitere Deutsche (Überraschung, Überraschung) hier in dem Haus (Fabi,27, Christin,30, Christian,29). Also wie in einer WG zusammen mit Leonie & Mike. Es gibt auch noch ein weiteres Haus mit Arbeitern von deren Firma, welches von den Nationen her gemischter sein soll. Wir werden in den nächsten Tagen sehen was noch so kommt und vor allem, wann der erste Job kommt!


Laura

Sonntag, 2. November 2014

Happy Halloween



Samstag, 01.11.2014 – Tag 123

Ohman, ich bin total überwältigt! Gestern war Halloween und als ich von der Arbeit zurückkam, war ich schon begeistert von den ganzen Dekorationen an den Häusern und den unglaublich kreativen Kostümideen der Kinder als auch der Erwachsenen. Wirklich jeder war auf der Straße unterwegs und alles sah total toll aus! Ich musste mich echt dazu zwingen mich auf das Autofahren zu konzentrieren. Als ich dann beim Haus ankam, hatte ich auch erst einmal gar keine Chance hinein zu gelangen, da so viele Leute vor der Tür standen. Auch unser Haus hatte Caren in den letzten Tagen und Wochen von innen und von außen sehr aufwändig und liebevoll dekoriert. Außerdem habe ich zum ersten Mal überhaupt einen Kürbis ausgeschnitzt. Ich setzte dann also meine Maske auf und zog mit Kaylee und ihrer Freundin Sophie um die Häuser. Wir klopften an unzähligen Türen, sagten gefühlte tausend Mal „Trick or Treat“ an einem Abend und an wirklich jedem Haus wurden wir mit zahlreichen Süßigkeiten ausgestattet. Mein kleiner Beutel quoll nach den ersten paar Häusern schon über und so bekam ich von einer sehr netten Frau noch eine übergroße Einkaufstüte, die sich auch recht schnell füllte. Die Freude, Begeisterung und auch Bereitschaft etwas zu Halloween zu machen, ist hier einfach unwahrscheinlich groß. Dadurch, dass aber niemand es ablehnt, Süßes zu verteilen, ist es für die Kinder aber auch total selbstverständlich überall etwas zu bekommen und so brauchen sie sich auch keine kreativen Sprüche oder fiese Tricks auszudenken. 
Dafür sind die Kostüme und Häuser einfach einzigartig gestaltet und so ziemlich jeder macht dabei mit. Teilweise wurden wir auch echt mies erschreckt, als plötzlich der Sensenmann oder die übergroße Spinne aus dem Dunkeln auf uns zu gesprungen kamen. Die Kreativität der Leute kannte keine Grenzen. Sehr süß war es auch, wie teilweise die kleinsten Kinder die Tür geöffnet haben und total aufgeregt die Geschenke verteilten. Insgesamt hat es super Spaß gemacht und war total mitreißend. Halloween in Kanada ist deifinitiv cooler als in Deutschland und für mich ein einzigartiges Erlebnis.
nur nicht gegen blutverlaufene Gliedmaßen rennen
Wer wurde da oben wieder erschlagen??
Trick or Treat
ein nachgestellter Autounfall als Halloween-Deko

Nach dem „Trick or Treat“ veranstalteten wir ja noch unsere kleine Halloween-Party. Leider kamen nicht viele Leute, aber es war dennoch ein sehr schöner Abend. Kaylees Familie kam noch kurz vorbei und Kayden war mega aufgedreht. Länger geblieben sind nur Kim, die im Tower volunteert, ich aber letztes Jahr zuletzt gesehen hatte, und ihr Mann Don als Herz-König und –Königin verkleidet. Mit deutschem Gulasch, einem Friedhofs-Schokokuchen und Feuerzangenbowle mit gruseligem Lachen im Hintergrund wurde es noch ein sehr langer, aber amüsanter Abend.

 
hier haben die Leute keine Leichen im Keller, sondern offensichtlich im Vorgarten




Als ich heute Mittag aufgewacht bin, hatten wirklich alle Einwohner der Straße schon ihre Deko wieder abgebaut und pünktlich zum 1. November hatten wir heute den richtigen Wintereinbruch. Ich hatte dennoch richtig gute Laune und war ungefähr so aktiv wie Kayden gestern und so machten Caren und ich uns im Schneetreiben auf die erfolgreiche Suche einer kompletten Cache-Reihe.

Übrigens habe ich meine komplette Reiseplanung nun noch einmal geändert. 
Eine Weile werde ich aber dennoch noch auf dem Campingplatz arbeiten. Interessant wird es dort aber, wenn ich gehe, weil sie dann echt Mühe haben werden, alle Schichten zu besetzen um das Office offen zu lassen. Bonnie ist momentan schon wieder um Urlaub und so arbeite ich alle Schichten unter der Woche und Brenda an den Wochenenden. Also müssen sich jetzt die beiden neuesten Mitarbeiter drei Wochen lang alleine zurecht finden. Gestern bin ich mit  Brenda dafür noch einmal alles durchgegangen, was sie tun muss, wenn sie an den Tagen nun alleine im RV Park Office ist und es war ein bisschen so, als würde ich ihr die Welt neu erklären. Sie ist leider nur sehr selten eingesetzt und wenn, dann nicht alleine. Dadurch war das gestern alles ein bisschen viel und Neuland für sie und sie meinte selber, dass sie sonst die paar Stunden mit lesen verbringt und froh ist, dass ich bereits die ganze Arbeit schon getan habe, wenn ihre Schicht anfängt. So habe ich heute an meinem freien Tag gleich einen Hilfe-Anruf von ihr erhalten. Ich bin wirklich gespannt, wie es am Montag für mich auf Arbeit aussieht. Gestern hatte ich dafür echt Spaß an der Arbeit. Ich habe während Bonnie nicht da ist, ein wenig mehr Papierkram zu erledigen und die Aufgabe mir erste Gedanken zu einer möglichen Umfrage über den Campingplatz zu machen. Dazu habe ich erst einmal ein wenig recherchiert und mit verschiedene Umfragen im Internet durchgelesen. Dabei bin ich beispielsweise auf die Frage gestoßen, was ein akzeptabler Preis für ein Bündel Feuerholz wäre, wo man dann einen Preis zwischen $1 und $6 ankreuzen sollte. Glaubt mir, ihr wollt nicht wissen, für wie viel wir das Holz anbieten… Insgesamt ist mir dabei auch einmal wieder deutlich geworden, dass ich wohl eher nicht selbst auf dem Campground einchecken würde… Es gibt so einige Faktoren, die dort meiner Meinung nicht so wirklich in Ordnung sind bzw. einfach nicht meiner Vorstellung eines Campingausfluges entsprechen. Dennoch hat neulich ein Kunde vom Campingplatz, der direkt in Cochrane liegt, zu uns gewechselt und mir erst einmal zehn Minuten lang erzählt, wie wohl er sich nun hier fühlt. Ein weiteres Highlight gestern war dann ein Anruf von „Google Maps“. Ein Mitarbeiter mit indischem Akzent wollte wissen, ob die Adresse vom RV Park korrekt ist, und, ob unsere Lokation neben einer Tankstelle liegt. Wann wird man denn schon mal von „Google Maps“ angerufen? =D Aber wie gesagt, gestern war einfach ein sehr interessanter und aufregender Tag.

Jenny