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Mittwoch, 15. April 2015

Sommer, Herbst und Winter!

14.03. – 13.04.15


Lake Tekapo, Te Anau


Noch am selben Tag nach Beendigung der Kajaktour habe ich mich zusammen mit Erik auf in den Süden gemacht. Franzis Zeit in Neuseeland ist rum und ihr nächstes Abenteuer wartet in Australien auf sie, aber wir werden uns schon bald in Kuala Lumpur wiedersehen! Ich hatte nach ewigem Suchen endlich ein Jobangebot in Te Anau! Da wo wir bereits den Kepler-Track gemacht haben und unsere sehr nasse Milford-Tour gestartet hatten. Also ging es von Pipiriki rund 1.400 km im Eiltempo ganz runter ins Fjordland! Da ich mittlerweile genug von dem neuseeländischen Bussystem habe und es mich immer wieder auf die Palme bringt bin ich bis Lake Tekapo per Anhalter gefahren. Zuerst mit Erik nach Wellington, wo wir echt Glück hatten mit einer Frau, die uns anfangs nur ein Stück mitnehmen konnte und dann ein Anruf bekam und so doch bis nach Wellington fahren musste. Dann hieß es wieder Fähre fahren mitten in der Nacht und gleich darauf habe ich mich allein auf den Weg gemacht. Ein netter Holländer hat mich direkt vom Fähranleger eingesammelt und mit nach Christchurch genommen, wo wir entlang der Ostküste die Sonne haben aufgehen sehen und ich im Meer Delfine sichten konnte, die immer wieder aus dem Wasser gesprungen sind! Dann folgten zwei Fahrten weiter raus aus der Stadt und am Ende hat mich noch ein Chinese mit zum Lake Tekapo genommen, wo ich mich entschieden habe, die Nacht zu verbringen. Ich hätte nie für möglich gehalten innerhalb von 24h fast 1000 km zurücklegen zu können! Lake Tekapo ist ein ganz wundervoller See mit Bergen im Hintergrund. Ich war jedoch viel zu müde für irgendwelche großartigen Wanderungen und Aktivitäten und werde an diesen Ort später noch einmal wieder kommen. 

Die berühmte Kirche vor Lake Tekapo
Lake Tekapo
Am nächsten Tag ging es direkt weiter nach Queenstown, dieses Mal jedoch mit dem Bus und am darauffolgenden Tag bin ich dann noch das letzte Stück mit dem Bus nach Te Anau gefahren. Besonders interessant war der Jahreszeitenwechsel. Im Norden war es echt noch ziemlich warm und je weiter südlicher man kam desto frischer wurde es und vor allem desto bunter die Bäume, denn hier wird es schon langsam Herbst!  

Ein schöner Abend am Lake Te Anau
Seitdem ich in Te Anau angekommen bin ist fast ein ganzer Monat vergangen. Hier im Touridorf, wie ich es immer nenne, weil die Stadt eigentlich nur aus zwei Straßen besteht und hauptsächlich Hotels und Motels für die Touris besitzt, die auf dem Weg ins berühmte Fjordland sind, fühle ich mich super wohl. Mein erster Job den ich über ein paar Umwegen vermittelt bekommen habe, war in einem Motel, wo ich morgens immer zwischen drei bis sechs Stunden geputzt habe. Immer davon abhängig wie viele Touris ein- bzw. ausgecheckt haben. Das Ganze war auf jeden Fall abwechslungsreicher als auf der Kiwiplantage! Nach einer Woche hatte ich dann noch einen zweiten Job in einem italienischen Restaurant, wo ich am Abend nochmals zwei bis fünf Stunden gearbeitet habe. Ganz nach dem Motto, vom Tellerwäscher zum Millionär…. Besonders über die Ferienzeit und Ostern war allerhand was los im Restaurant und auch im Motel, wo ich fast jeden Tag arbeiten konnte. Die Zeit war wirklich wunderschön und unheimlich lehrreich. Besonders aufgefallen ist mir dieses Mal, auf wie viele unterschiedliche Arten von Menschen man hier trifft. Mein Boss im Motel ist wirklich ein herzensguter Mensch, wohingegen der Chef beim Italiener der unsympathischste Mensch auf Erden ist und die Kinder genau derselbe Verschnitt sind. Nur deren Frau war sowas von aufgeschlossen und motiviert bei der Sache. Und auch der Koch und der Pizzamacher sind zwei super lustige Menschen mit denen es echt Spaß gemacht hat zusammen zu arbeiten. Im Motel bin ich mal wieder auf zwei liebe Deutsche getroffen, allerdings gab es da auch eine Arbeiterin aus Argentinien, mit der wir so täglich unsere Probleme hatten.


Bei einer Pizza-Wein-Party unseres Pizzamachers (Pizza geht gar nicht mehr!) habe ich so viele weitere nette Arbeiter der Stadt kennen gelernt, dass mir der Abschied auf jeden Fall schwer tuen wird! Te Anau ist wirklich ein gemütliches Städtchen in dem es sich wirklich gelohnt hat längere Zeit zu verweilen. Es ist zwar klein, aber so kann man alles in kurzer Zeit zu Fuß erreichen und man gibt nicht unnötig Geld aus. Jeden Tag bin ich auf dem Weg zur Arbeit am See entlang spaziert, der wirklich immer anders schön war! Ich hatte Tage mit wunderschönen Sommerwetter, blauen Himmel und strahlender Sonne, an denen der See und die Berge dahinter mich immer wieder aufs Neue beeindruckt haben und dann gab es Tage an denen es so richtig herbstlich frisch war und meine Mütze ihren Einsatz hatte. Die Blätter sind mittlerweile nicht mehr nur gelb, sondern schon orange und rot und liegen auf dem Boden.



An zwei Tagen war ich dann noch selber Touri und war zum einen in Milford Sound und zum anderen im Doubtful Sound. Beides wirklich atemberaubende Landschaften, wohingegen der Doubtful Sound nicht so touristisch ist und deswegen mein Favorit ist. Vielleicht auch aufgrund des Wetters, was ich hatte, obwohl Regen vorausgesagt war, konnte ich mich glücklich schätzen und einen der 165 Sonnentage im Jahr erwischen.

Mirror Lakes auf dem Weg nach Te Anau

Berge!!
Milford Sound...
...und nochmal Milford Sound

Und jetzt der Doubtful Sound: 

Doubtful Sound von oben





An meinem letzten Tag an dem meine Sachen bereits gepackt waren und ich vorhatte zu einer weiteren dreitägigen Wanderung aufzubrechen kam der plötzliche Wintereinbruch. Ein Tag zuvor konnte man bereits den ersten Schnee in den Bergen sichten und plötzlich war er in Te Anau! Er kam ungefähr anderthalb Monate zu früh und alle waren echt geschockt, was das neuseeländische Wetter da wieder gezaubert hat… Herbstliche Bäume mit Schnee habe ich auch noch nie gesehen.

Laura

Donnerstag, 2. April 2015

Whanganui Journey

10.03. – 14.03.2015 – Tag 180-184


Auckland, Taumarunui bis Pipiriki



Nach Auckland ging es zusammen mit Franzi direkt weiter nach Taumarunui, wo wir vier Tage eine Kanu-Tour im Whanganui-Nationalpark geplant hatten. Wir haben am Morgen gleich mal unseren Bus verpasst… Da wir aber unbedingt noch am selben Tag ankommen mussten blieb uns nichts anderes übrig, als per Anhalter zu fahren. Erst mit einem anderen Bus raus aus der Stadt nach Hamilton und von da aus Schritt für Schritt weiter. Es hat ziemlich gut funktioniert. Am Ende hat uns noch ein Truckfahrer mitgenommen, der gerade mit einer riesigen Ladung Klopapier unterwegs war. Es war super cool in so einem riesen Truck mitzufahren! So sind wir noch rechtzeitig in Taumarunui angekommen und haben unsere Essensvorräte für die kommenden vier Tage besorgt. Am Abend haben wir noch Cathrin und Erik (beide aus Deutschland) kennengelernt, die ebenfalls die viertägige Tour im Kajak machen wollten, also haben wir kurzerhand entschieden zusammen zu fahren. Am nächsten Tag gab es nur eine kurze Einweisung von der Firma, die uns das Kanu verliehen hat und schon waren wir allein auf dem Wasser unterwegs! Unsere paar Sachen waren in Tonnen verpackt, das im Falle einer Kenterung alles trocken bleibt. Da die Hauptsaison schon zu Ende war, haben wir kaum andere Kanufahrer gesichtet. Nachdem wir den einen und anderen Trick raushatten, wie wir in dem Kanu am Besten vorankommen, ging es wirklich gut! Die Natur war wirklich wieder wunderschön und vor allem die Stille und Ruhe auf dem Fluss machte die ganze Sache richtig beeindruckend. Immer wieder hörte man interessantes Vogelgezwitscher und dann sah man plötzlich eine wilde Ziege am Flussrand grasen. Wir haben uns wie Entdecker aus einem anderen Jahrhundert gefühlt, die gerade dabei waren etwas großartiges zu erforschen :D Besonders  spannendend waren die Stromschnellen, die uns zum einen schneller voran gebracht haben, aber zum anderen auch immer wieder eine kleine Abkühlung beschert hatten… Am zweiten Tag haben wir den Muskelkater in den Armen schon deutlich zu spüren bekommen, aber es musste trotzdem weiter gehen. Wir waren täglich um die 5-7 Stunden unterwegs und haben am Abend gecampt. Am dritten Tag haben wir noch einen Abstecher zur berühmten „Bridge to Nowhere“ (Brücke nach Nirgendwo), die ihrem Namen alle Ehre macht. Die Betonbrücke wurde bereits 1930 gebaut und war schöner als erwartet und führt tatsächlich an beiden Enden ins Nirgendwo. Am letzten Tag kam es dann auch doch noch zur Kenterung... Die Stromschnellen waren besonders ruppig und nachdem wir uns mit der Karte vertan haben und rechts anstatt links vom großen Stein gefahren sind, hat es uns dermaßen gegen die Felswand gedrückt, dass wir uns einmal rumgedreht haben und im Wasser gelandet sind. Wir waren echt froh, dass Cathrin und Erik da waren, da sie uns helfen konnten, denn alleine wären wir im Wasser mit einem umgedrehten Kanu ziemlich aufgeschmissen, wie wir im Nachhinein feststellen mussten, denn die Strämung war an dieser Stelle echt stark. Im Endeffekt war die Kenterung nochmal ein interessantes Erlebnis und wir werden auch in 50 Jahren noch was zu erzählen bzw. zu lachen haben. An der Stromschnelle an der es eine 50%ige Chance gab zu kentern, ist glücklicherweise nur eine Riesenwelle ins Kanu geschwappt, aber wir sind nicht gekentert, dafür aber Erik. Vor jeder weiteren Stromschnelle hatten wir dann den restlichen Tag Angst und waren froh endlich am Ziel angekommen zu sein. Insgesamt haben 123 km im Kanu zurückgelegt, was wirklich ein wunderschönes und einzigartiges Erlebnis war!






"Bridge to Nowhere"


Am Ende vieles nass von der Kenterung...

Laura