10.03. – 14.03.2015 – Tag 180-184
Auckland, Taumarunui bis Pipiriki
Nach Auckland ging es zusammen
mit Franzi direkt weiter nach Taumarunui, wo wir vier Tage eine Kanu-Tour im
Whanganui-Nationalpark geplant hatten. Wir haben am Morgen gleich mal unseren
Bus verpasst… Da wir aber unbedingt noch am selben Tag ankommen mussten blieb
uns nichts anderes übrig, als per Anhalter zu fahren. Erst mit einem anderen
Bus raus aus der Stadt nach Hamilton und von da aus Schritt für Schritt weiter.
Es hat ziemlich gut funktioniert. Am Ende hat uns noch ein Truckfahrer
mitgenommen, der gerade mit einer riesigen Ladung Klopapier unterwegs war. Es
war super cool in so einem riesen Truck mitzufahren! So sind wir noch
rechtzeitig in Taumarunui angekommen und haben unsere Essensvorräte für die
kommenden vier Tage besorgt. Am Abend haben wir noch Cathrin und Erik (beide
aus Deutschland) kennengelernt, die ebenfalls die viertägige Tour im Kajak
machen wollten, also haben wir kurzerhand entschieden zusammen zu fahren. Am
nächsten Tag gab es nur eine kurze Einweisung von der Firma, die uns das Kanu
verliehen hat und schon waren wir allein auf dem Wasser unterwegs! Unsere paar
Sachen waren in Tonnen verpackt, das im Falle einer Kenterung alles trocken
bleibt. Da die Hauptsaison schon zu Ende war, haben wir kaum andere Kanufahrer gesichtet.
Nachdem wir den einen und anderen Trick raushatten, wie wir in dem Kanu
am Besten vorankommen, ging es wirklich gut! Die Natur war wirklich wieder wunderschön und
vor allem die Stille und Ruhe auf dem Fluss machte die ganze Sache richtig
beeindruckend. Immer wieder hörte man interessantes Vogelgezwitscher und dann
sah man plötzlich eine wilde Ziege am Flussrand grasen. Wir haben uns wie
Entdecker aus einem anderen Jahrhundert gefühlt, die gerade dabei waren etwas
großartiges zu erforschen :D Besonders spannendend
waren die Stromschnellen, die uns zum einen schneller voran gebracht haben,
aber zum anderen auch immer wieder eine kleine Abkühlung beschert hatten… Am
zweiten Tag haben wir den Muskelkater in den Armen schon deutlich zu spüren
bekommen, aber es musste trotzdem weiter gehen. Wir waren täglich um die 5-7
Stunden unterwegs und haben am Abend gecampt. Am dritten Tag haben wir noch einen
Abstecher zur berühmten „Bridge to Nowhere“ (Brücke nach Nirgendwo), die ihrem
Namen alle Ehre macht. Die Betonbrücke wurde bereits 1930 gebaut und war
schöner als erwartet und führt tatsächlich an beiden Enden ins Nirgendwo. Am
letzten Tag kam es dann auch doch noch zur Kenterung... Die Stromschnellen waren
besonders ruppig und nachdem wir uns mit der Karte vertan haben und rechts anstatt links vom großen Stein gefahren sind, hat es uns dermaßen gegen die
Felswand gedrückt, dass wir uns einmal rumgedreht haben und im Wasser
gelandet sind. Wir waren echt froh, dass Cathrin und Erik da waren, da sie uns helfen
konnten, denn alleine wären wir im Wasser mit einem umgedrehten Kanu ziemlich
aufgeschmissen, wie wir im Nachhinein feststellen mussten, denn die Strämung war an dieser Stelle echt stark. Im Endeffekt war die Kenterung nochmal ein interessantes Erlebnis und
wir werden auch in 50 Jahren noch was zu erzählen bzw. zu lachen haben. An der
Stromschnelle an der es eine 50%ige Chance gab zu kentern, ist glücklicherweise
nur eine Riesenwelle ins Kanu geschwappt, aber wir sind nicht gekentert, dafür
aber Erik. Vor jeder weiteren Stromschnelle hatten wir dann den restlichen Tag
Angst und waren froh endlich am Ziel angekommen zu sein. Insgesamt haben 123 km
im Kanu zurückgelegt, was wirklich ein wunderschönes und einzigartiges Erlebnis war!
| "Bridge to Nowhere" |
| Am Ende vieles nass von der Kenterung... |
Laura
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