14.03. – 13.04.15
Lake Tekapo, Te Anau

Noch am selben Tag nach
Beendigung der Kajaktour habe ich mich zusammen mit Erik auf in den Süden
gemacht. Franzis Zeit in Neuseeland ist rum und ihr nächstes Abenteuer wartet
in Australien auf sie, aber wir werden uns schon bald in Kuala Lumpur
wiedersehen! Ich hatte nach ewigem Suchen endlich ein Jobangebot in Te Anau! Da
wo wir bereits den Kepler-Track gemacht haben und unsere sehr nasse Milford-Tour
gestartet hatten. Also ging es von Pipiriki rund 1.400 km im Eiltempo ganz
runter ins Fjordland! Da ich mittlerweile genug von dem neuseeländischen
Bussystem habe und es mich immer wieder auf die Palme bringt bin ich bis Lake
Tekapo per Anhalter gefahren. Zuerst mit Erik nach Wellington, wo wir echt
Glück hatten mit einer Frau, die uns anfangs nur ein Stück mitnehmen konnte und
dann ein Anruf bekam und so doch bis nach Wellington fahren musste. Dann hieß
es wieder Fähre fahren mitten in der Nacht und gleich darauf habe ich mich
allein auf den Weg gemacht. Ein netter Holländer hat mich direkt vom
Fähranleger eingesammelt und mit nach Christchurch genommen, wo wir entlang der
Ostküste die Sonne haben aufgehen sehen und ich im Meer Delfine sichten konnte,
die immer wieder aus dem Wasser gesprungen sind! Dann folgten zwei Fahrten
weiter raus aus der Stadt und am Ende hat mich noch ein Chinese mit zum Lake
Tekapo genommen, wo ich mich entschieden habe, die Nacht zu verbringen. Ich
hätte nie für möglich gehalten innerhalb von 24h fast 1000 km zurücklegen zu
können! Lake Tekapo ist ein ganz wundervoller See mit Bergen im Hintergrund.
Ich war jedoch viel zu müde für irgendwelche großartigen Wanderungen und
Aktivitäten und werde an diesen Ort später noch einmal wieder kommen.
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| Die berühmte Kirche vor Lake Tekapo |
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| Lake Tekapo |
Am
nächsten Tag ging es direkt weiter nach Queenstown, dieses Mal jedoch mit dem
Bus und am darauffolgenden Tag bin ich dann noch das letzte Stück mit dem Bus
nach Te Anau gefahren. Besonders interessant war der Jahreszeitenwechsel. Im Norden
war es echt noch ziemlich warm und je weiter südlicher man kam desto frischer
wurde es und vor allem desto bunter die Bäume, denn hier wird es schon langsam Herbst!
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| Ein schöner Abend am Lake Te Anau |
Seitdem ich in Te Anau angekommen
bin ist fast ein ganzer Monat vergangen. Hier im Touridorf, wie ich es immer
nenne, weil die Stadt eigentlich nur aus zwei Straßen besteht und hauptsächlich
Hotels und Motels für die Touris besitzt, die auf dem Weg ins berühmte
Fjordland sind, fühle ich mich super wohl. Mein erster Job den ich über ein
paar Umwegen vermittelt bekommen habe, war in einem Motel, wo ich morgens immer
zwischen drei bis sechs Stunden geputzt habe. Immer davon abhängig wie viele
Touris ein- bzw. ausgecheckt haben. Das Ganze war auf jeden Fall
abwechslungsreicher als auf der Kiwiplantage! Nach einer Woche hatte ich dann
noch einen zweiten Job in einem italienischen Restaurant, wo ich am Abend nochmals
zwei bis fünf Stunden gearbeitet habe. Ganz nach dem Motto, vom Tellerwäscher
zum Millionär…. Besonders über die Ferienzeit und Ostern war allerhand was los
im Restaurant und auch im Motel, wo ich fast jeden Tag arbeiten konnte. Die
Zeit war wirklich wunderschön und unheimlich lehrreich. Besonders aufgefallen
ist mir dieses Mal, auf wie viele unterschiedliche Arten von Menschen man hier
trifft. Mein Boss im Motel ist wirklich ein herzensguter Mensch, wohingegen der
Chef beim Italiener der unsympathischste Mensch auf Erden ist und die Kinder
genau derselbe Verschnitt sind. Nur deren Frau war sowas von aufgeschlossen und
motiviert bei der Sache. Und auch der Koch und der Pizzamacher sind zwei super
lustige Menschen mit denen es echt Spaß gemacht hat zusammen zu arbeiten. Im
Motel bin ich mal wieder auf zwei liebe Deutsche getroffen, allerdings gab es
da auch eine Arbeiterin aus Argentinien, mit der wir so täglich unsere Probleme
hatten.

Bei einer Pizza-Wein-Party
unseres Pizzamachers (Pizza geht gar nicht mehr!) habe ich so viele weitere
nette Arbeiter der Stadt kennen gelernt, dass mir der Abschied auf jeden Fall
schwer tuen wird! Te Anau ist wirklich ein gemütliches Städtchen in dem es sich
wirklich gelohnt hat längere Zeit zu verweilen. Es ist zwar klein, aber so kann
man alles in kurzer Zeit zu Fuß erreichen und man gibt nicht unnötig Geld aus.
Jeden Tag bin ich auf dem Weg zur Arbeit am See entlang spaziert, der wirklich immer
anders schön war! Ich hatte Tage mit wunderschönen Sommerwetter, blauen Himmel
und strahlender Sonne, an denen der See und die Berge dahinter mich immer
wieder aufs Neue beeindruckt haben und dann gab es Tage an denen es so richtig
herbstlich frisch war und meine Mütze ihren Einsatz hatte. Die Blätter sind
mittlerweile nicht mehr nur gelb, sondern schon orange und rot und liegen auf
dem Boden.


An zwei Tagen war ich dann noch selber
Touri und war zum einen in Milford Sound und zum anderen im Doubtful Sound. Beides
wirklich atemberaubende Landschaften, wohingegen der Doubtful Sound nicht
so touristisch ist und deswegen mein Favorit ist. Vielleicht auch aufgrund des
Wetters, was ich hatte, obwohl Regen vorausgesagt war, konnte ich mich glücklich
schätzen und einen der 165 Sonnentage im Jahr erwischen.
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| Mirror Lakes auf dem Weg nach Te Anau |
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| Berge!! |
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| Milford Sound... |
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| ...und nochmal Milford Sound |
Und jetzt der Doubtful Sound:
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| Doubtful Sound von oben |
An meinem letzten Tag an dem
meine Sachen bereits gepackt waren und ich vorhatte zu einer weiteren
dreitägigen Wanderung aufzubrechen kam der plötzliche Wintereinbruch. Ein Tag
zuvor konnte man bereits den ersten Schnee in den Bergen sichten und plötzlich
war er in Te Anau! Er kam ungefähr anderthalb Monate zu früh und alle waren echt
geschockt, was das neuseeländische Wetter da wieder gezaubert hat… Herbstliche
Bäume mit Schnee habe ich auch noch nie gesehen.
Laura
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